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WW-K Warmwalzwerk Königswinter GmbH

Breites Spektrum – Energiemanagement liefert aussagekräftige Analysen für die Produktionsplanung

„Wir reden nicht lang und breit, wir produzieren so.“

Getreu diesem Slogan fertigt das Warmwalzwerk Königswinter auf einer europaweit einmaligen Walzstraße Breitflachstahl. Energiemanagement im Stahlwerk ist ein zentraler Erfolgsfaktor für energieintensive Produktionsbetriebe. Dank der Komplettlösung Efficio kann das Unternehmen seinen Energie­verbrauch für unterschiedliche Walzzeiten detailliert festlegen und seine Kundenaufträge exakt einplanen.

 

 

Erhöhung der Kostentransparenz und Einbeziehung in Energie und Fertigungsplanung

Länger, breiter, schneller – für das Warmwalzwerk Königswinter bei Bonn am Rhein ist dies Anspruch und Kundenversprechen zugleich. Mit seinem flexiblen Fertigungsprogramm kann Breitflachstahl in den unterschiedlichsten Abmessungen von 240 bis 860 Millimetern Breite, von 8 bis 80 Millimetern Dicke und 2 bis 20 Metern Länge hergestellt werden.

Damit erhöht WWK auch die Flexibilität bei seinen Kunden, die von einer raschen Auftragsbearbeitung, engsten Toleranzen und konstanter Qualität selbst bei kleinen Losgrößen profitieren. Maximal 2,5 Tonnen schwere Stahlblöcke, sogenannte Brammen werden auf 1300 Grad Celsius erwärmt und mit Hilfe von Stahlwalzen auf die gewünschten Maße ausgewalzt und auf auftragsbezogene Längen zugeschnitten. Formteile können ausgestanzt oder auf Brennanlagen ausgebrannt werden. So entstehen Vorprodukte für die Automobilbranche und für Stahlhersteller und Stahlhändler in Deutschland sowie dem benachbarten Ausland. Die Walztechnik gilt als sehr energieintensiv. So kommt beispielsweise der Wärmeofen für die Brammen pro Stunde auf den Energieverbrauch eines Einfamilienhauses pro Jahr. Nachhaltiges Wirtschaften ist daher für das Warmwalzwerk Königswinter keine hohle Phrase.

 

 

Wirtschaftlichkeit, soziale Verantwortung und Umweltschutz bilden im Unternehmen eine untrennbare Einheit, so dass auch in der eigenen Fertigung auf volle Energie effizienz gesetzt wird. Einen wichtigen Impuls zur Einführung eines Energiemanagementsystems bekam der Energiemanagementbeauftragte Herbert Landsberg über ein Netzwerk: „WWK ist Mitglied eines Energienetzwerks von circa 12 Firmen aus der Region, die sich querbeet über Einsparungsfragen austauschen und ExpertenTipps geben.“ So ist auch der Kontakt zu den Energieoptimierern von Berg aus Martinsried zustande gekommen. „Zwei Mitglieder des Energienetzwerks haben schon positive Erfahrungen mit dem Energiemanagementsystem Efficio gemacht und es wärmstens  empfohlen“, begründet Landsberg seine Entscheidung.

Seit der Zertifizierung gemäß DIN ISO 50001 im Jahr 2013 wollte man bei WWK die vormals manuelle Datenerfassung schnell automatisieren und Berichte automatisch erstellen können. Außerdem waren die alten Messsysteme für die unterschiedlichen Energiemedien zum Teil nicht flächendeckend verfügbar. Efficio® erhielt 2016 den Zuschlag, weil das Energiemanagementsystem mehr abbilden kann, als das Warmwalzwerk Königswinter anfangs gefordert hatte. „Sein modulares Prinzip ermöglicht uns, je nach Daten auch zukünftig anwenderorientiert neue Plattformen aufzubauen und einfach zu integrieren“, freut sich Herbert Landsberg.

Volle Transparenz ermöglicht detaillierte Hochrechnungen

Das Messstellennetz wurde im Zuge der Implementierung stark ausgebaut. Die Herausforderung, die bestehenden Systeme in die neue Hardware einzubinden, kennen die Experten von Berg  sehr gut und meisterten sie einwandfrei. Außerdem gab es bei der Übertragung von Daten eines Energieverbundpartners zunächst erhebliche Lücken, die mit Hilfe der neu eingesetzten Impulszähler schnell und zuverlässig geschlossen werden konnten. Ebenfalls musste das Energieteam um Herbert Landsberg die Frage klären, wo die Datenermittlung am meisten Nutzen bringt.

Mit den neu installierten Messsystemen stehen nun insgesamt 67 Zwischenzähler für alle relevanten Energieverbraucher zur Verfügung, die die Kosten bereichs und maschinenspezifisch aufschlüsseln können. „Die Berg GmbH hat uns geholfen, vor allem ein sehr stabiles, aber auch sinnvolles und wirtschaftliches Messkonzept zu erstellen“, sagt Landsberg überzeugt.

Energiemanagement im Stahlwerk schafft Transparenz und Planungssicherheit

Efficio® zeigt ihm automatisch alle energiebezogenen Kennzahlen transparent an. Diese werden zukünftig mit Prozessdaten und Anlageneigenschaften kombiniert. Mittels der Berichtsfunktion in Efficio® erstellt er detaillierte, monatliche Reports und Abrechnungen über die jeweiligen Energieverbrauchsmengen. Was Herbert Landsberg vorher 5 bis 6 Stunden Zeitaufwand gekostet hat, erledigt er heute in nur eineinhalb Stunden. Früher haben Zeitverzögerungen bei der manuellen Ablesung oftmals seine Endergebnisse verfälscht. „Bei WWK modellieren wir nun über Langzeitmessungen den durchschnittlichen Verbrauch von beispielsweise Strom und Druckluft und ermitteln einen bestimmten Energiewert pro Betriebsstunde“, führt der Energiemanagement Beauftragte weiter aus. Auch das Problem mit Stromrückeinspeisungen konnte man bei Warmwalzwerk Königswinter dank des Monitoring Tools Efficio endlich lösen.

Nach dem Abschalten „trudeln“ beispielsweise bestimmte Maschinen aus, so dass wieder Strom ins Werknetz zurückgeführt wird. Diese Rückeinspeisungen wurden bislang nicht detailliert erfasst. Jetzt ermittelt das System genau, wieviel Energie dadurch nicht aus dem Versorgernetz benötigt wird und zum Beispiel an anderer Stelle weitere Motoren antreiben kann.

 

 

„Insgesamt machen wir mit Efficio® auf Knopfdruck unsere Energieverbräuche für die einzelnen Fertigungsbereiche detailliert sichtbar. Da wir unterschiedliche Walzzeiten für die jeweiligen Kundenanforderungen benötigen, hilft uns die Mengen transparenz für unsere jährliche Planung beim Energieeinkauf“, zeigt sich Herbert Landsberg begeistert.

Ein Hauptkunde beispielsweise plant sein Auftragsgerüst bis zu zwei Jahre im Voraus. Der kaufmännische Leiter kann die Ergebnisse, die aus Efficio gewonnen werden, so punktgenau für seine Hochrechnung bei der Energie und Produktionsplanung einsetzen.

Er rechnet also nicht mehr lang und breit, sondern plant direkt.

 

Veröffentlicht 11/2020, aktualisiert 03/2026

 

FAQ Energiemanagement in der Stahlindustrie: Praxis, Einsparpotenziale und Best Practices aus dem Warmwalzwerk

1. Wie setzen Stahlunternehmen ein Energiemanagementsystem konkret ein?

Stahlunternehmen setzen Energiemanagementsysteme wie Efficio® ein, um energieintensive Prozesse wie Wärmeöfen, Walzstraßen und Nebenaggregate detailliert zu überwachen. Dabei werden Energieverbräuche je Anlage automatisiert erfasst und zentral ausgewertet. Im Warmwalzwerk Königswinter erfolgt dies über ein umfassendes Messkonzept, das alle relevanten Energieflüsse integriert. So entsteht eine belastbare Datengrundlage für operative Entscheidungen und Effizienzmaßnahmen.

2. Warum ist Energiemanagement in der Stahlindustrie besonders wichtig?

Die Stahlindustrie ist hoch energieintensiv – insbesondere durch Prozesse wie das Erhitzen von Brammen auf bis zu 1.300 °C. Im Warmwalzwerk Königswinter entspricht der Energieverbrauch eines einzelnen Ofens pro Stunde etwa dem Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses. Energiemanagement ist daher entscheidend, um Energiekosten zu kontrollieren, Emissionen zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

3. Wie unterstützt Energiemanagement die Produktionsplanung im Stahlwerk?

Durch die Ermittlung von Energiekennwerten pro Betriebsstunde kann der Energiebedarf exakt auf Produktionsprozesse abgestimmt werden. Im Warmwalzwerk Königswinter werden diese Kennzahlen direkt für die Auftrags- und Produktionsplanung genutzt. Dadurch lassen sich Walzzeiten, Energieeinsatz und Energieeinkauf präzise prognostizieren. Besonders bei langfristig geplanten Aufträgen verbessert dies die Planungssicherheit erheblich.

4. Wie wird Transparenz über Energieverbräuche in Stahlwerken geschaffen?

Ein zentrales Element ist ein detailliertes Messkonzept mit zahlreichen Zwischenzählern. Im Praxisbeispiel wurden 67 Messstellen installiert, um Energieverbräuche exakt einzelnen Anlagen und Bereichen zuzuordnen. Die Daten werden automatisiert erfasst, ausgewertet und in Berichten visualisiert. Dadurch erhalten Unternehmen eine vollständige Transparenz über ihre Energieflüsse und können Optimierungspotenziale gezielt identifizieren.

5. Welche konkreten Effizienzpotenziale ergeben sich für Stahlunternehmen?

Die Praxis zeigt deutliche Effizienzgewinne:

  • Zeitersparnis im Reporting: Reduktion des Aufwands von 5–6 Stunden auf ca. 1,5 Stunden durch automatisierte Berichte
  • Erkennung von Energierückspeisungen: Rückgeführte Energie aus auslaufenden Maschinen wird sichtbar und nutzbar
  • Höhere Datenqualität: Vermeidung von Messlücken und manuellen Fehlern
  • Bessere Entscheidungsgrundlage: Exakte Daten für Investitionen und Optimierungen

Diese Effekte führen zu sinkenden Energiekosten, effizienteren Prozessen und einer nachhaltig verbesserten CO₂-Bilanz.

 

Fazit
Das Praxisbeispiel des Warmwalzwerks Königswinter zeigt, wie datenbasiertes Energiemanagement in der Stahlindustrie echten Mehrwert schafft: maximale Transparenz durch 67 Messstellen, deutlich reduzierte Aufwände im Reporting und fundierte Entscheidungsgrundlagen für Produktion und Energieeinkauf. Gerade in energieintensiven Prozessen werden Effizienzpotenziale sichtbar, die ohne systematisches Monitoring verborgen bleiben. Energiemanagement entwickelt sich damit vom reinen Controlling-Tool zu einem strategischen Steuerungsinstrument für Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit.

Nutzen Sie diese Potenziale auch in Ihrem Unternehmen: Lassen Sie sich unverbindlich zeigen, wie ein modernes Energiemanagementsystem Ihre Prozesse transparenter macht und Ihre Energiekosten nachhaltig senkt.

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