Standortübergreifendes Energiemanagement mit Efficio® bei GEALAN
Interview mit Holger Thoß und Viktor Albert
„Der große Vorteil ist, dass wir alle Standorte in einem System haben – mit einheitlichen Kennzahlen und direkt vergleichbaren Daten.“
– Holger Thoß, Leiter Technische Dienste & Energiebeauftragter –

Die GEALAN Gruppe ist ein europaweit tätiger Hersteller von Kunststoff-Fensterprofilen mit rund 1.700 Mitarbeitenden. An vier Produktionsstandorten in Deutschland, Polen, Litauen und Rumänien werden hochwertige Profilsysteme produziert.
Am größten Standort in Thüringen arbeiten rund 550 Mitarbeitende. Mit einem jährlichen Stromverbrauch von etwa 30 GWh zählt Energie zu den zentralen wirtschaftlichen Faktoren im Unternehmen.
Das Energiemanagement wird bei GEALAN maßgeblich von Holger Thoß, Leiter der Technischen Dienste und Energiebeauftragter, sowie von Viktor Albert, Energiemanager, verantwortet. Während Holger Thoß das Thema seit vielen Jahren strategisch begleitet, hat Viktor Albert in den letzten Jahren insbesondere die operative Weiterentwicklung und Nutzung des Systems intensiv vorangetrieben.

Motivation: Von Einzelmessungen zur Gesamtsicht
Zu Beginn des Energiemanagements stand GEALAN vor einer typischen Herausforderung: Es gab lediglich einen zentralen Hauptzähler, sodass zwar der Gesamtverbrauch bekannt war, jedoch keinerlei Transparenz über die Verteilung im Werk bestand.
Erste Messungen mit mobilen Geräten lieferten zwar Erkenntnisse, machten aber auch deutlich, dass ein systematischer Ansatz notwendig ist. Parallel dazu gewannen Themen wie steigende Energiepreise und Anforderungen aus der ISO 50001 zunehmend an Bedeutung.
Ein entscheidender Punkt war zudem die strategische Ausrichtung der GEALAN Gruppe: Gesucht wurde keine Insellösung für einzelne Werke, sondern ein System, das sich auf alle Standorte übertragen lässt und eine einheitliche Datenbasis schafft.
„Für uns war wichtig, dass wir eine Lösung haben, die wir in allen Werken einsetzen können – mit konsistenten Daten und vergleichbaren Auswertungen“, erklärt Holger Thoß.

Ein System für alle Werke
Mit Efficio® wurde genau dieser Ansatz umgesetzt. Heute nutzen alle Produktionsstandorte innerhalb der GEALAN Gruppe dasselbe Energiemanagementsystem. Dadurch konnte eine einheitliche Struktur geschaffen werden, die es ermöglicht, Energiedaten zentral zu erfassen und auszuwerten.
Besonders wichtig ist dabei die Standardisierung: Kennzahlen werden standortübergreifend nach denselben Kriterien gebildet, wodurch eine konsistente Datenbasis entsteht. Gleichzeitig entfällt der Aufwand, unterschiedliche Systeme parallel zu betreiben oder miteinander kompatibel zu machen.
Holger Thoß bringt es auf den Punkt: „Wenn jeder Standort sein eigenes System hätte, wäre eine Vergleichbarkeit kaum möglich – und der Betreuungsaufwand deutlich höher.“
Zentrale Auswertung und Vergleichbarkeit
Ein wesentlicher Mehrwert von Efficio® liegt in der Möglichkeit, Daten unternehmensweit zu analysieren. Da alle Werke auf derselben Systembasis arbeiten, lassen sich Energieverbräuche direkt miteinander vergleichen.
Dadurch wird schnell sichtbar, welche Werke oder Anlagen besonders effizient arbeiten und wo Optimierungspotenziale bestehen. Diese Transparenz bildet die Grundlage für gezielte Verbesserungsmaßnahmen und den Austausch von Best Practices innerhalb der Gruppe.
„Wir können heute genau sehen, welcher Standort effizienter arbeitet – und dann gezielt analysieren, woran das liegt“, sagt Viktor Albert, Energiemanager bei GEALAN.
Transparenz im Alltag
Auch im täglichen Betrieb zeigt sich der Nutzen der zentralen Lösung. Individuelle Dashboards liefern einen schnellen Überblick über aktuelle Verbräuche, während automatisierte Berichte Abweichungen frühzeitig sichtbar machen. Dadurch können Verantwortliche unmittelbar reagieren, ohne auf aufwendige manuelle Auswertungen angewiesen zu sein.
„Ein Blick ins Dashboard reicht, um sofort zu erkennen, ob alles im grünen Bereich ist oder ob wir handeln müssen“, so Holger Thoß.
Ergebnisse
Durch den systematischen Einsatz von Efficio® konnte GEALAN seine Energieeffizienz deutlich steigern. Der spezifische Energieverbrauch wurde von ursprünglich 720 kWh pro Tonne auf etwa 480 kWh pro Tonne reduziert. In Phasen optimaler Auslastung wurden sogar Werte von rund 450 kWh pro Tonne erreicht.
Insgesamt summieren sich die Einsparungen über die Jahre auf mehr als 10 Gigawattstunden. Besonders hervorzuheben ist dabei, dass diese Verbesserungen trotz eines steigenden Automatisierungsgrades erzielt wurden.

Fazit
Mit Efficio® hat GEALAN ein Energiemanagementsystem etabliert, das alle Standorte miteinander verbindet und eine zentrale, einheitliche Datenbasis schafft. Die Kombination aus Standardisierung, zentraler Auswertung und hoher Datenqualität ermöglicht fundierte Entscheidungen und nachhaltige Effizienzsteigerungen.
„Wir würden Efficio® uneingeschränkt weiterempfehlen – es ist für uns aktuell die beste Lösung am Markt“, resümiert Holger Thoß.

FAQ: Energiemanagementsystem in der Kunststoffindustrie: Transparenz, Effizienz und messbare Einsparungen bei GEALAN
1. Wie schafft ein Energiemanagementsystem Transparenz in der Kunststoffproduktion?
Ein Energiemanagementsystem macht Energieverbräuche erstmals bis auf Anlagen- und Prozessebene sichtbar. Statt nur den Gesamtverbrauch zu kennen, erhalten Unternehmen detaillierte Einblicke in energieintensive Prozesse wie Extrusion oder Profilfertigung. Bei GEALAN war genau diese Transparenz der entscheidende Schritt, um Optimierungspotenziale systematisch zu identifizieren und zu nutzen .
2. Wie können kunststoffverarbeitende Unternehmen ihren Energieverbrauch pro Tonne nachhaltig senken?
Durch die Einführung klarer Energiekennzahlen (z. B. kWh pro Tonne) und kontinuierliches Monitoring lassen sich Effizienzpotenziale gezielt heben. Bei GEALAN konnte der spezifische Energieverbrauch signifikant reduziert werden – von ca. 720 kWh/t auf etwa 480 kWh/t, in Bestphasen sogar auf rund 450 kWh/t . Entscheidend ist die Kombination aus Datentransparenz, Analyse und kontinuierlicher Verbesserung.
3. Warum ist ein standortübergreifendes Energiemanagementsystem ein entscheidender Wettbewerbsvorteil?
Ein zentrales Energiemanagementsystem ermöglicht einheitliche Kennzahlen über alle Werke hinweg. Dadurch werden Standorte direkt vergleichbar und Best Practices identifizierbar. GEALAN profitiert genau von diesem Ansatz: Effiziente Werke dienen als Benchmark für andere Standorte, wodurch Optimierungen gezielt ausgerollt werden können .
4. Wie unterstützt ein Energiemanagementsystem konkret die ISO 50001 in der Kunststoffindustrie?
Ein Energiemanagementsystem liefert die notwendige Datengrundlage für die ISO 50001:
- lückenlose Erfassung von Energiedaten
- Bildung relevanter Kennzahlen
- Nachweis kontinuierlicher Verbesserung
Bei GEALAN war die steigende Bedeutung der ISO 50001 ein zentraler Treiber für die Einführung eines strukturierten Systems. Durch die zentrale Datenbasis lassen sich Audits effizient vorbereiten und Anforderungen zuverlässig erfüllen .
5. Wie integriert sich ein Energiemanagementsystem in den Produktionsalltag?
Moderne Energiemanagementsysteme sind vollständig in den operativen Betrieb integriert. Dashboards zeigen aktuelle Verbräuche in Echtzeit, während automatische Berichte Abweichungen sofort sichtbar machen. Bei GEALAN genügt ein Blick ins System, um Handlungsbedarf zu erkennen und direkt zu reagieren – ohne aufwendige manuelle Auswertungen .
Das Beispiel GEALAN zeigt deutlich: Ein professionelles Energiemanagementsystem ist in der Kunststoffindustrie kein „Nice-to-have“, sondern ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Transparenz über Energieverbräuche, standortübergreifende Vergleichbarkeit und klare Kennzahlen ermöglichen messbare Einsparungen – selbst bei steigender Produktion und Automatisierung.
Unternehmen, die ihre Energieeffizienz gezielt steigern und gleichzeitig Anforderungen wie ISO 50001 erfüllen wollen, benötigen eine strukturierte und skalierbare Lösung.
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Veröffentlicht: 09.04.2026
Fotos: GEALAN Fenster-Systeme GmbH

