Lademanagement lässt sich mit dynamischen Stromtarifen kombinieren, indem Ladevorgänge automatisch in Zeitfenster verschoben werden, in denen der Strompreis niedrig ist. Die Kombination setzt voraus, dass das Lademanagementsystem Preissignale in Echtzeit empfangen und darauf basierend Ladezeiten und Ladeleistungen steuern kann. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Technik, Einsparungen und regulatorische Rahmenbedingungen.
Welche Voraussetzungen braucht ein Unternehmen für dynamische Stromtarife?
Für den Einsatz dynamischer Stromtarife benötigt ein Unternehmen einen intelligenten Stromzähler (Smart Meter), einen Liefervertrag mit einem Anbieter dynamischer Tarife sowie eine Steuerungsinfrastruktur, die Preissignale automatisch verarbeiten kann. Ohne diese drei Komponenten ist eine preisbasierte Steuerung von Ladevorgängen technisch nicht möglich.
Der Smart Meter ist die Grundvoraussetzung, da er Verbrauchsdaten in kurzen Intervallen übermittelt und die Basis für eine verbrauchsgenaue Abrechnung nach variablen Preisen bildet. In Deutschland schreibt das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) den schrittweisen Einbau intelligenter Messsysteme vor, wobei Unternehmen mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh bereits heute in der Pflicht stehen.
Auf der Tarifseite müssen Unternehmen einen Liefervertrag wählen, der Preise auf Basis von Börsenstrompreisen abbildet, typischerweise stündlich oder in 15-Minuten-Intervallen. Anbieter solcher variablen Tarife sind in Deutschland zunehmend verbreitet, richten sich aber bislang vor allem an größere Verbraucher mit entsprechendem Flexibilitätspotenzial.
Schließlich ist eine softwaregestützte Steuerungsebene notwendig, die Preissignale empfängt, auswertet und daraus konkrete Steuerbefehle für die Ladeinfrastruktur ableitet. Ohne diese Automatisierung müsste ein Energiemanager manuell eingreifen, was in der Praxis nicht realisierbar ist.
Wie funktioniert die Preissteuerung beim dynamischen Laden?
Beim dynamischen Laden empfängt das Lademanagementsystem aktuelle oder prognostizierte Strompreise und verschiebt oder drosselt Ladevorgänge automatisch in günstige Preisfenster. Die Steuerung erfolgt regelbasiert oder algorithmusgestützt und berücksichtigt dabei sowohl den Preis als auch den Ladebedarf der Fahrzeuge.
In der Praxis läuft dieser Prozess in mehreren Schritten ab. Das System erhält stündliche oder viertelstündliche Preissignale vom Energieversorger oder direkt von einer Strombörse. Auf Basis vordefinierter Schwellenwerte entscheidet die Software, wann und mit welcher Leistung geladen wird. Ist der Preis hoch, wird die Ladeleistung reduziert oder der Ladevorgang pausiert. Fällt der Preis unter einen definierten Wert, wird die Ladeleistung automatisch erhöht.
Dabei müssen Mindestanforderungen der Fahrzeugnutzer gewahrt bleiben. Ein Fahrzeug, das um 7 Uhr morgens mit einem bestimmten Ladestand verfügbar sein muss, darf nicht vollständig in die Nacht verschoben werden. Moderne intelligente Ladelösungen berücksichtigen deshalb Abfahrtszeiten und Mindestladestände als feste Parameter innerhalb der Preisoptimierung.
Was ist der Unterschied zwischen statischen und dynamischen Ladestrategien?
Statische Ladestrategien laden Fahrzeuge sofort nach dem Anstecken mit konstanter Leistung, unabhängig von Strompreis oder Netzsituation. Dynamische Ladestrategien passen Ladezeitpunkt und Ladeleistung hingegen kontinuierlich an externe Signale wie Strompreise, Netzlast oder interne Lastgrenzen an.
Statisches Laden: einfach, aber kostenintensiv
Bei einer statischen Ladestrategie wird jedes Fahrzeug nach dem Anstecken sofort mit der maximal verfügbaren Leistung geladen. Diese Methode ist technisch unkompliziert, führt aber dazu, dass Ladevorgänge häufig in Hochpreisphasen fallen und gleichzeitig mehrere Fahrzeuge die Netzkapazität belasten. Die Folge sind höhere Energiekosten und potenzielle Leistungsspitzen, die über Netzentgelte zusätzlich zu Buche schlagen.
Dynamisches Laden: flexibel und kostenoptimiert
Eine dynamische Ladestrategie hingegen verschiebt Ladevorgänge aktiv in Zeiten mit niedrigen Strompreisen und geringer Netzlast. Sie reagiert auf Echtzeitsignale und kann mit anderen Verbrauchern im Betrieb koordiniert werden. Das erfordert mehr Technik und eine durchdachte Konfiguration, bietet aber erheblich mehr Potenzial zur Reduzierung von Energiekosten und Netzentgelten.
Welche Einsparungen sind durch die Kombination realistisch?
Die erzielbaren Einsparungen durch die Kombination von Lademanagement und dynamischen Stromtarifen hängen stark von der Flottengröße, den Ladezeiten, der Tarifstruktur und der Preisvolatilität ab. Pauschale Versprechen sind nicht seriös, da jeder Betrieb individuelle Rahmenbedingungen mitbringt.
Grundsätzlich gilt: Je größer die Flexibilität bei den Ladezeiten und je volatiler der Strommarkt, desto größer das Einsparpotenzial. Unternehmen, die Fahrzeuge über Nacht laden und keine festen Abfahrtszeiten in den frühen Morgenstunden haben, profitieren besonders, weil die Nachtstunden an der Strombörse häufig günstigere Preise aufweisen.
Zusätzlich zur reinen Tarifoptimierung können durch intelligentes Laden Leistungsspitzen vermieden werden. Da Netzentgelte in Deutschland teilweise leistungsabhängig berechnet werden, lassen sich durch die Vermeidung von Lastspitzen direkte Kostensenkungen bei den Netzentgelten erzielen. Dieser Effekt ist oft genauso relevant wie die reine Preisoptimierung beim Strombezug.
Unternehmen sollten vor der Einführung eine individuelle Potenzialanalyse durchführen, die aktuelle Ladeprofile, Vertragsstrukturen und Netzsituation berücksichtigt.
Wie lässt sich dynamisches Lademanagement mit dem betrieblichen Lastmanagement verknüpfen?
Dynamisches Lademanagement und betriebliches Lastmanagement lassen sich verknüpfen, indem beide Systeme über eine gemeinsame Steuerungsebene kommunizieren und die Ladeleistung in Abhängigkeit von der aktuellen Gesamtlast des Betriebs geregelt wird. So wird die Ladeinfrastruktur zu einem aktiven Bestandteil der betrieblichen Energieoptimierung.
In der Praxis bedeutet das: Wenn produktionsbedingt hohe Lasten auftreten und der Betrieb sich einer definierten Leistungsgrenze nähert, reduziert das System automatisch die Ladeleistung der Fahrzeuge. Sinkt die Produktionslast wieder, wird die Ladeleistung erhöht. Dieses Zusammenspiel verhindert teure Lastspitzen, ohne den Ladebetrieb vollständig zu unterbrechen.
Voraussetzung ist eine gemeinsame Datenbasis: Das Lastmanagementsystem muss Echtzeit-Verbrauchsdaten aller relevanten Verbraucher kennen, einschließlich der Ladeinfrastruktur. Moderne Energiemanagementsoftware kann diese Daten zusammenführen und als Grundlage für automatisierte Steuerentscheidungen nutzen. Die Verknüpfung beider Systeme erhöht nicht nur die Kosteneffizienz, sondern verbessert auch die Versorgungssicherheit im Betrieb.
Welche regulatorischen Rahmenbedingungen gelten für dynamische Tarife in Deutschland?
In Deutschland regelt das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) die Grundlagen für dynamische Stromtarife. Seit der Novelle von 2021 sind Energieversorger mit mehr als 200.000 Kunden verpflichtet, Letztverbrauchern mit intelligentem Messsystem auf Anfrage einen dynamischen Tarif anzubieten. Für Gewerbe- und Industriekunden gelten dabei spezifische Anforderungen.
Das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG) regelt den Rollout intelligenter Messsysteme und legt fest, welche Verbrauchergruppen bis wann mit Smart Metern ausgestattet werden müssen. Unternehmen mit einem Jahresverbrauch über 6.000 kWh sind prioritär zu berücksichtigen, wobei der Rollout schrittweise erfolgt.
Für die Abrechnung dynamischer Tarife gelten außerdem eichrechtliche Anforderungen an die Messinfrastruktur. Messgeräte müssen geeicht sein und den gesetzlichen Anforderungen entsprechen, damit eine verbrauchsgenaue Abrechnung rechtssicher erfolgen kann. Ob ein spezifisches Messgerät für einen konkreten Abrechnungsfall eichrechtlich zulässig ist, sollte im Einzelfall geprüft werden.
Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) von 2023 setzt zusätzliche Impulse, indem es Unternehmen ab bestimmten Verbrauchsschwellen zur Einführung von Energiemanagementsystemen verpflichtet. Dynamisches Lademanagement kann ein Baustein sein, um die dort geforderte Transparenz und Steuerbarkeit von Energieverbräuchen nachzuweisen.
Wie Berg GmbH beim dynamischen Lademanagement unterstützt
Berg GmbH bietet mit Berg.Charge eine intelligente Lademanagementlösung, die speziell für den gewerblichen und industriellen Einsatz entwickelt wurde und sich nahtlos in bestehende Energiemanagementstrukturen integrieren lässt. Die Lösung verbindet Ladeinfrastruktur mit betrieblichem Lastmanagement und schafft so die technische Grundlage für eine preisbasierte Steuerung von Ladevorgängen.
Im Einzelnen unterstützt Berg bei folgenden Punkten:
- Integration dynamischer Preissignale: Berg.Charge kann Strompreissignale empfangen und Ladevorgänge automatisch in günstige Zeitfenster verschieben.
- Verknüpfung mit dem Lastmanagement: Über das Lastmanagementsystem Optimo werden Ladeinfrastruktur und betriebliche Verbraucher gemeinsam gesteuert, um Leistungsspitzen zu vermeiden und Netzentgelte zu optimieren.
- Transparenz durch Energiemanagementsoftware: Mit Efficio® werden alle relevanten Verbrauchs- und Ladedaten erfasst, ausgewertet und als Entscheidungsgrundlage bereitgestellt.
- Individuelle Potenzialanalyse: Berg begleitet Unternehmen von der ersten Analyse bis zur Inbetriebnahme und hilft dabei, die optimale Konfiguration für den jeweiligen Betrieb zu ermitteln.
Wenn Sie erfahren möchten, wie dynamisches Lademanagement in Ihrem Unternehmen konkret umgesetzt werden kann, nehmen Sie Kontakt mit Berg auf und vereinbaren Sie ein unverbindliches Beratungsgespräch.
Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.
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