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Was ist der Unterschied zwischen Lademanagement und Lastmanagement?

Berg GmbH ·
Moderne EV-Ladestation in einem hellen Industriehof mit angeschlossenem Elektroauto und grün leuchtendem digitalen Stromzähler.

Lademanagement und Lastmanagement sind zwei unterschiedliche Systeme mit einem gemeinsamen Ziel: die Kontrolle über elektrische Leistung im Betrieb. Lastmanagement steuert den gesamten Energieverbrauch eines Unternehmens, um Leistungsspitzen im Stromnetz zu vermeiden und Netzentgelte zu senken. Lademanagement ist ein spezialisiertes System, das ausschließlich die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen regelt und dabei Netzstabilität sowie Ladeeffizienz sicherstellt. Beide Systeme ergänzen sich und können in einer gemeinsamen Energiemanagementstrategie zusammenwirken. Die folgenden Abschnitte erklären, wie jedes System funktioniert, wo die Unterschiede liegen und wann welches für ein Unternehmen sinnvoll ist.

Wie funktioniert Lastmanagement in der Praxis?

Lastmanagement überwacht und steuert den Gesamtstromverbrauch eines Unternehmens in Echtzeit, um definierte Leistungsgrenzen nicht zu überschreiten. Das System erfasst kontinuierlich die aktuelle Leistungsaufnahme aller relevanten Verbraucher und greift automatisch ein, sobald eine Überschreitung droht. Dabei werden einzelne Verbraucher gezielt gedrosselt oder zeitlich verschoben, ohne den Produktionsbetrieb wesentlich zu beeinträchtigen.

In der Praxis bedeutet das: Das Lastmanagementsystem kennt die Leistungsobergrenzen aus dem Stromliefervertrag und die sogenannte Lastspitze, die maßgeblich für die Netzentgelte ist. Nähert sich der aktuelle Verbrauch dieser Grenze, reagiert das System automatisch. Typische steuerbare Verbraucher sind:

  • Klimaanlagen und Lüftungssysteme
  • Druckluftkompressoren
  • Produktionsanlagen mit flexiblem Betriebszeitfenster
  • Heizungs- und Kühlsysteme
  • Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge

Das Ergebnis ist eine geglättete Lastganglinie ohne kostspielige Spitzen. Da die Netzentgelte in Deutschland zu einem erheblichen Teil auf Basis der gemessenen Jahreshöchstlast berechnet werden, kann eine konsequente Lastspitzenreduzierung die Energiekosten spürbar beeinflussen. Lastmanagement ist damit kein reines Sparinstrument, sondern ein strategisches Steuerungswerkzeug für den gesamten Energiebezug eines Unternehmens.

Wie funktioniert Lademanagement für Elektrofahrzeuge?

Lademanagement für Elektrofahrzeuge ist ein System, das die Ladevorgänge mehrerer Ladepunkte koordiniert, priorisiert und auf das verfügbare Netzanschlussbudget abstimmt. Es verhindert, dass alle Fahrzeuge gleichzeitig mit maximaler Leistung laden und dadurch den Hausanschluss überlasten oder Leistungsspitzen erzeugen.

Ein intelligentes Lademanagement arbeitet auf zwei Ebenen:

  • Statisches Lademanagement: Jedem Ladepunkt wird eine feste maximale Ladeleistung zugewiesen. Das ist einfach, aber wenig flexibel.
  • Dynamisches Lademanagement: Die verfügbare Gesamtleistung wird in Echtzeit auf die aktiven Ladepunkte verteilt. Steht weniger Leistung zur Verfügung, weil andere Betriebsverbraucher aktiv sind, wird die Ladeleistung entsprechend reduziert.

Moderne Lademanagement-Lösungen berücksichtigen dabei auch Nutzerpräferenzen, Fahrzeugtypen und geplante Abfahrtszeiten. So wird sichergestellt, dass Fahrzeuge mit hoher Priorität oder kurzer Verweildauer bevorzugt geladen werden. Für Unternehmen mit wachsender Elektroflotte ist dynamisches Lademanagement die wirtschaftlich sinnvollere Lösung, da es den Netzanschluss besser ausnutzt und einen kostspieligen Ausbau des Hausanschlusses oft vermeidet.

Was sind die zentralen Unterschiede zwischen beiden Systemen?

Der zentrale Unterschied zwischen Lademanagement und Lastmanagement liegt im Anwendungsbereich: Lastmanagement steuert den gesamten Energieverbrauch eines Unternehmens über alle Verbrauchergruppen hinweg. Lademanagement ist ein spezialisiertes Subsystem, das ausschließlich die Ladevorgänge von Elektrofahrzeugen regelt. Beide Systeme arbeiten mit Leistungsgrenzen, aber auf unterschiedlichen Ebenen.

Die wichtigsten Unterschiede im Überblick:

  • Scope: Lastmanagement umfasst alle steuerbaren Betriebsverbraucher. Lademanagement beschränkt sich auf Ladepunkte und Elektrofahrzeuge.
  • Zielsetzung: Lastmanagement zielt primär auf die Vermeidung von Leistungsspitzen im gesamten Betrieb. Lademanagement optimiert die Verteilung der Ladeleistung auf mehrere Fahrzeuge.
  • Steuerungslogik: Lastmanagement greift in laufende Prozesse ein und verschiebt oder drosselt Verbraucher. Lademanagement regelt die Ladeströme einzelner Ladepunkte dynamisch.
  • Regulatorischer Rahmen: Lademanagement unterliegt spezifischen technischen Normen für Ladeinfrastruktur (z. B. OCPP-Protokoll). Lastmanagement orientiert sich an Netzentgeltstrukturen und dem Energieliefervertrag.

Kurz gesagt: Lademanagement ist ein spezialisiertes Werkzeug innerhalb des größeren Rahmens, den Lastmanagement aufspannt. Ein Unternehmen, das nur wenige Ladepunkte betreibt und keine komplexe Produktionsinfrastruktur hat, kommt möglicherweise mit einem reinen Lademanagement aus. Wer hingegen einen energieintensiven Betrieb führt, benötigt Lastmanagement als übergeordnetes Steuerungssystem.

Können Lademanagement und Lastmanagement zusammenarbeiten?

Ja, Lademanagement und Lastmanagement können und sollten in vielen Fällen gemeinsam eingesetzt werden. Eine integrierte Lösung verbindet beide Systeme so, dass die Ladeinfrastruktur als steuerbarer Verbraucher in das übergeordnete Lastmanagement eingebunden wird. Das Ergebnis ist ein ganzheitliches Energiemanagement, das Netzstabilität und Ladeeffizienz gleichzeitig sicherstellt.

In der Praxis funktioniert das so: Das Lastmanagementsystem überwacht den Gesamtverbrauch des Betriebs. Nähert sich die Leistungsaufnahme der definierten Grenze, gibt es ein Signal an das Lademanagement, die Ladeleistung zu reduzieren. Die Fahrzeuge laden weiterhin, aber mit angepasster Leistung. Sobald die Lastspitzengefahr vorüber ist, wird die volle Ladeleistung wieder freigegeben.

Diese Integration bringt mehrere Vorteile mit sich:

  • Der Netzanschluss wird optimal ausgenutzt, ohne dass ein kostspieliger Ausbau notwendig wird.
  • Leistungsspitzen werden systemübergreifend vermieden, was die Netzentgelte senkt.
  • Unternehmen können ihre Elektroflotte ausbauen, ohne die Energieinfrastruktur grundlegend umzubauen.
  • Die Steuerung erfolgt automatisiert und erfordert keinen manuellen Eingriff.

Für Unternehmen, die gleichzeitig eine Ladeinfrastruktur aufbauen und ihren Betrieb energieeffizient steuern wollen, ist die Kombination beider Systeme die technisch und wirtschaftlich überzeugendste Lösung.

Wann braucht ein Unternehmen welches System?

Welches System ein Unternehmen benötigt, hängt von der Ausgangssituation und den Zielen ab. Als Faustregel gilt: Lademanagement ist notwendig, sobald mehr als zwei oder drei Ladepunkte betrieben werden. Lastmanagement ist sinnvoll, wenn ein Unternehmen energieintensive Prozesse betreibt und Netzentgelte optimieren möchte.

Konkrete Orientierungspunkte für die Entscheidung:

  • Nur Lademanagement: Das Unternehmen baut eine Ladeinfrastruktur auf, hat aber keine komplexen industriellen Verbraucher. Die Herausforderung liegt ausschließlich in der effizienten Verteilung der Ladeleistung auf mehrere Fahrzeuge.
  • Nur Lastmanagement: Das Unternehmen hat keine oder kaum Elektrofahrzeuge, aber energieintensive Produktionsprozesse mit schwankenden Lasten. Hier geht es darum, Leistungsspitzen im Betrieb zu kappen und Netzentgelte zu reduzieren.
  • Beide Systeme kombiniert: Das Unternehmen betreibt sowohl energieintensive Prozesse als auch eine wachsende Ladeinfrastruktur. Die Integration beider Systeme ist dann die wirtschaftlich und technisch sinnvollste Lösung.

Unternehmen, die gesetzliche Anforderungen wie das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) erfüllen oder Zertifizierungen nach ISO 50001 anstreben, profitieren besonders von einer integrierten Lösung, weil sie Verbrauchsdaten systemübergreifend erfassen und auswerten können. Auch für Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck reduzieren und Klimaziele verfolgen, bietet die Kombination aus Lade- und Lastmanagement eine solide technische Grundlage.

Wie Berg GmbH bei Lademanagement und Lastmanagement unterstützt

Die Berg GmbH bietet spezialisierte Lösungen für beide Anwendungsbereiche, die einzeln oder als integriertes System eingesetzt werden können:

  • Optimo ist das automatisierte Lastmanagementsystem von Berg. Es überwacht den Energieverbrauch in Echtzeit, erkennt drohende Leistungsspitzen und steuert steuerbare Verbraucher automatisch, um Netzentgelte zu optimieren und Lastspitzen zu vermeiden.
  • Berg.Charge ist die intelligente Lademanagementlösung für Unternehmen, die eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufbauen. Das System verteilt die verfügbare Ladeleistung dynamisch auf alle aktiven Ladepunkte und lässt sich nahtlos in das übergeordnete Lastmanagement einbinden.
  • Efficio® ergänzt beide Systeme als webbasierte Energiemanagementsoftware, die alle Verbrauchs- und Leistungsdaten transparent erfasst, analysiert und auswertet.

Ob ein Unternehmen gezielt Ladeinfrastruktur aufbauen, Leistungsspitzen reduzieren oder beides kombinieren möchte: Berg begleitet den gesamten Prozess von der Bedarfsanalyse bis zur Inbetriebnahme. Jetzt Kontakt aufnehmen und herausfinden, welche Lösung zum eigenen Betrieb passt.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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