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Was ist der größte Energiefresser in einem Industriebetrieb?

Berg GmbH ·
Großer Industrieelektromotor in moderner Produktionshalle mit Energiemonitor und natürlichem Tageslicht durch Fabrikfenster.

Wer die Energiekosten in einem Industriebetrieb nachhaltig senken möchte, muss zunächst verstehen, wo das meiste Geld verbraucht wird. Der größte Energiefresser im produzierenden Gewerbe ist selten ein einzelnes Gerät, sondern das Ergebnis mehrerer zusammenwirkender Systeme, die im Alltag kaum Beachtung finden. Ein systematischer Blick auf die Verbrauchsstruktur zeigt: Die Potenziale sind erheblich, aber sie bleiben unsichtbar, solange Verbräuche nicht gemessen und analysiert werden.

Im deutschen produzierenden Gewerbe entfällt der Löwenanteil des Stromverbrauchs auf mechanische Prozesse. Elektrische Antriebe, Druckluftanlagen, Beleuchtung und Wärmeerzeuger bilden gemeinsam die Grundlast vieler Betriebe. Doch welcher dieser Bereiche ist wirklich der dominante Energieverbrauch in der Industrie, und wo lassen sich die größten Hebel ansetzen?

Antriebe und Motoren als größte Verbrauchsgruppe

Elektrische Antriebe und Motoren sind in den meisten Industriebetrieben die mit Abstand größte Verbrauchsgruppe. Studien und Branchenerfahrungen zeigen übereinstimmend, dass elektrische Motorsysteme in der Industrie einen erheblichen Teil des gesamten industriellen Stromverbrauchs ausmachen. Das betrifft Pumpen, Kompressoren, Lüftungsanlagen, Förderbänder und Bearbeitungsmaschinen gleichermaßen.

Ein wesentlicher Grund für den hohen Verbrauch liegt im Betriebsverhalten: Viele Motoren laufen dauerhaft mit konstanter Drehzahl, auch wenn der tatsächliche Bedarf schwankt. Frequenzumrichter können hier erhebliche Einsparungen ermöglichen, indem sie die Drehzahl dem tatsächlichen Bedarf anpassen. Hinzu kommt, dass ältere Motorengenerationen deutlich schlechtere Wirkungsgrade aufweisen als moderne IE3- oder IE4-Motoren. Wer den Stromverbrauch seines Industriebetriebs ernsthaft reduzieren möchte, sollte den Antriebspark als erste Priorität analysieren.

Weitere Energiefresser je nach Branche und Betriebstyp

Neben Antrieben und Motoren gibt es je nach Branche und Betriebsstruktur weitere signifikante Energiefresser. Die Zusammensetzung variiert stark, weshalb pauschale Aussagen wenig nützen. Entscheidend ist die konkrete Verbrauchsstruktur des jeweiligen Betriebs.

Typische Verbrauchsschwerpunkte in verschiedenen Betriebstypen sind:

  • Druckluft: In vielen Fertigungsbetrieben zählt die Druckluftversorgung zu den teuersten Energieträgern überhaupt. Leckagen in Druckluftsystemen bleiben oft jahrelang unentdeckt und verursachen erhebliche Verluste.
  • Wärme und Kälte: Industrieöfen, Trocknungsanlagen, Kühlsysteme und Tiefkühlbereiche verbrauchen in Branchen wie der Lebensmittelindustrie, der Chemie oder der Gießerei einen Großteil der Energie.
  • Beleuchtung: In großen Produktions- und Lagerhallen ist die Beleuchtung ein relevanter Posten, der durch LED-Umrüstung und bedarfsgerechte Steuerung deutlich reduziert werden kann.
  • Gebäudetechnik: Heizung, Lüftung und Klimatisierung (HVAC) sind in Büro- und Gewerbegebäuden oft der dominante Verbrauchsbereich, werden aber auch in Produktionsgebäuden häufig unterschätzt.
  • Produktionsprozesse: In der Stahl-, Glas- oder Zementindustrie dominieren thermische Prozesse mit großen Öfen und Schmelzanlagen die Energiebilanz vollständig.

Diese Vielfalt macht deutlich, warum ein branchenübergreifender Ansatz beim Energiesparen in der Industrie schnell an seine Grenzen stößt. Nur wer die eigene Verbrauchsstruktur kennt, kann gezielt eingreifen.

Wie Leistungsspitzen die Energiekosten zusätzlich erhöhen

Neben dem reinen Energieverbrauch spielen Leistungsspitzen eine oft unterschätzte Rolle bei den Energiekosten im Industriebetrieb. Der Leistungspreis in der Netzentgeltsystematik orientiert sich an der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung eines Jahres. Wer diese Spitze auch nur einmal überschreitet, zahlt das ganze Jahr über einen höheren Leistungspreis.

Ein einfaches Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einem Leistungspreis von 140 Euro pro Kilowatt und einer reduzierten Jahreshöchstleistung von 400 kW ergibt sich eine jährliche Einsparung von 56.000 Euro allein durch die Leistungsoptimierung. Das zeigt, dass Lastmanagement nicht nur eine technische, sondern vor allem eine wirtschaftliche Maßnahme ist.

Leistungsspitzen entstehen typischerweise durch das gleichzeitige Anlaufen mehrerer großer Verbraucher, durch unkoordinierte Produktionsabläufe oder durch schlecht abgestimmte Schaltzeiten. In manchen Betrieben, etwa in Gießereien oder Stahlwerken mit großen Öfen, ist die Situation besonders komplex, weil laufende Prozesse nicht einfach unterbrochen werden können. Hier braucht es intelligente Regelstrategien, die nicht nur abschalten, sondern auch Sperren freigeben und analoge Regelkreise einbeziehen.

Verbräuche sichtbar machen: Grundlage jeder Einsparung

Ohne Messung keine Optimierung. Dieser Grundsatz gilt in keinem Bereich so unmittelbar wie beim Energieverbrauch im produzierenden Gewerbe. Viele Betriebe kennen ihren Gesamtverbrauch aus der Jahresabrechnung, haben aber keinen Einblick in die Verteilung auf einzelne Anlagen, Produktionsbereiche oder Schichten.

Moderne Energiemanagementsysteme erfassen Verbräuche über alle Medien hinweg, also Strom, Gas, Wärme, Kälte, Druckluft und Wasser, in hoher zeitlicher Auflösung. Minutenwerte oder Viertelstundenwerte ermöglichen es, Lastprofile zu analysieren, Ausreißer zu erkennen und den Zusammenhang zwischen Produktionsmengen und Energieverbrauch herzustellen. Erst durch diese Transparenz werden latente Energiefresser sichtbar, die im Tagesgeschäft unbemerkt bleiben.

Für Betriebe, die Energieaudits nach ISO 50001 oder DIN EN 16247 durchführen oder vorbereiten, ist eine lückenlose Datenerfassung zudem eine formale Voraussetzung. Energiekennzahlen (EnPI) und produktspezifische CO2-Kennzahlen lassen sich nur dann sinnvoll bilden, wenn die Rohdaten zuverlässig und vollständig vorliegen. Ein durchdachtes Energiemanagement schafft genau diese Datenbasis.

Einsparpotenziale gezielt ausschöpfen mit Lastmanagement

Sobald Verbräuche transparent gemacht wurden, stellt sich die Frage nach der konkreten Optimierung. Lastmanagement ist dabei eines der wirksamsten Instrumente, weil es sowohl den Energieverbrauch als auch die Leistungskosten direkt beeinflusst.

Automatisierte Lastmanagementsysteme überwachen den aktuellen Leistungsbezug in Echtzeit und greifen steuernd ein, bevor eine kritische Schwelle überschritten wird. Dabei geht es nicht immer darum, Verbraucher einfach abzuschalten. Intelligente Systeme berücksichtigen Mindest-Einschalt- und Ausschaltzeiten, priorisieren Prozesse nach ihrer Unterbrechbarkeit und koordinieren mehrere Verbraucher so, dass die Produktion nicht beeinträchtigt wird. Für Betriebe mit komplexen Prozessen, etwa in Gießereien oder der Lebensmittelproduktion mit Tiefkühlbereichen, ist diese Differenzierung entscheidend.

Lastmanagement lässt sich sinnvoll mit einem umfassenden Energiemonitoring kombinieren. Wer beide Ebenen zusammenführt, erhält eine einheitliche Übersicht über Verbräuche und Leistungswerte, kann Einsparpotenziale priorisieren und Maßnahmen systematisch umsetzen und bewerten. Der PDCA-Zyklus, der im Rahmen von Managementsystemen wie ISO 50001 gefordert wird, lässt sich so direkt in den betrieblichen Alltag integrieren.

Wie die Berg GmbH Industriebetriebe beim Energiemanagement unterstützt

Die Berg GmbH bietet Industrie und Gewerbe ein vollständiges Portfolio für professionelles Energiemanagement, das genau an den beschriebenen Herausforderungen ansetzt. Mit über 40 Jahren Erfahrung und Lösungen, die von der Messtechnik bis zur Softwareauswertung reichen, unterstützt das Unternehmen Betriebe dabei, Verbräuche transparent zu machen, Kosten zu senken und Klimaziele zu erreichen.

Die drei Kernprodukte decken die wichtigsten Handlungsfelder ab:

  • Efficio®: Die webbasierte Energiemanagementsoftware erfasst alle Medienverbräuche lückenlos, bildet Energiekennzahlen (EnPI) und CO2-Kennzahlen und unterstützt Energieaudits nach ISO 50001:2018, ISO 14001 und EMAS. Latente Energiefresser werden identifiziert, bevor sie jahrelang unbemerkt Kosten verursachen.
  • Optimo: Das automatisierte Lastmanagementsystem überwacht den Leistungsbezug in Echtzeit, reduziert Leistungsspitzen und optimiert Netzentgelte. Es ist skalierbar für Betriebe von 300 kW bis über 200 Megawatt und berücksichtigt auch komplexe Prozesse mit analoger Regelung.
  • Berg.Charge: Für Unternehmen, die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge aufbauen, sorgt die intelligente Lademanagementlösung dafür, dass die Netzstabilität erhalten bleibt und keine zusätzlichen Leistungsspitzen entstehen.

Efficio und Optimo lassen sich kombinieren und über eine einheitliche Bedienoberfläche bedienen, sodass Energiemonitoring und Lastmanagement nahtlos zusammenwirken. Ergänzend bietet die Berg GmbH Energieberatung, Messtechnik und Unterstützung bei Energieaudits aus einer Hand.

Wer den Energieverbrauch seines Industriebetriebs systematisch analysieren und Kosten dauerhaft senken möchte, findet bei der Berg GmbH einen erfahrenen Partner. Nehmen Sie Kontakt auf und erfahren Sie, wie ein maßgeschneidertes Energiemanagementsystem für Ihr Unternehmen aussehen kann.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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