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Was ist der Unterschied zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement?

Berg GmbH ·
Elektrischer Schaltschrank mit zwei Reihen Leistungsschalter, grünen LED-Statusanzeigen und ordentlicher Verkabelung in weißem Industriegehäuse.

Statisches Lastmanagement arbeitet mit einem festen, vordefinierten Leistungsgrenzwert, der nicht überschritten werden darf, während dynamisches Lastmanagement diesen Grenzwert flexibel an aktuelle Bedingungen, Tarife oder Netzsignale anpasst. Der entscheidende Unterschied liegt im Grad der Automatisierung und Reaktionsfähigkeit: Statische Systeme sind einfacher aufgebaut, dynamische Systeme reagieren in Echtzeit auf sich ändernde Lastverhältnisse. Die folgenden Abschnitte beleuchten beide Ansätze im Detail und helfen dabei, die richtige Wahl für den eigenen Betrieb zu treffen.

Wie funktionieren statisches und dynamisches Lastmanagement technisch?

Beim statischen Lastmanagement wird ein fester Sollwert als Leistungsgrenze definiert. Sobald der aktuelle Leistungsbezug diesen Wert zu überschreiten droht, schaltet das System vorher festgelegte Verbraucher ab oder sperrt sie. Beim dynamischen Lastmanagement hingegen passt sich der Sollwert laufend an externe Parameter an, etwa an Echtzeit-Tarifsignale, Netzauslastung oder eigene Erzeugungskapazitäten.

Beide Ansätze basieren auf dem sogenannten Trendrechnungsverfahren. Das System misst parallel zum Energieversorger den aktuellen Leistungsbezug auf Basis von energieproportionalen Impulsen und einem Viertelstundensynchronimpuls. Innerhalb jeder 15-Minuten-Messperiode berechnet das System kontinuierlich eine Trendleistung: Wo wird der Verbrauch am Ende der Viertelstunde landen? Aus dieser Prognose ergibt sich eine sogenannte Korrekturleistung. Liegt die Trendleistung über dem Sollwert, ist die Korrekturleistung negativ, das heißt, Verbraucher müssen reduziert oder gesperrt werden. Liegt sie darunter, besteht noch Reserve.

Der technische Unterschied zwischen beiden Ansätzen liegt in der Flexibilität dieses Sollwerts. Beim statischen Lastmanagement ist dieser Wert fest hinterlegt und ändert sich nicht. Beim dynamischen Lastmanagement wird er durch externe Signale, Zeitprofile oder übergeordnete Systeme laufend aktualisiert. Moderne Systeme wie Optimo von Berg unterstützen dabei beide Betriebsmodi und können Verbraucher stufig abschalten, sperren oder sogar analog regeln, etwa bei Öfen in Gießereien oder Stahlwerken.

Wichtig zu verstehen: Lastmanagement bedeutet nicht zwingend einfaches Abschalten. Häufig geht es darum, Verbraucher zu sperren, damit diese nicht in einem ungünstigen Moment zusätzlich zugeschaltet werden. Gerade bei laufenden Prozessen, die nicht unterbrochen werden dürfen, ist dieses vorausschauende Sperren entscheidend.

Wann ist statisches Lastmanagement ausreichend?

Statisches Lastmanagement ist ausreichend, wenn ein Betrieb einen stabilen, gut prognostizierbaren Lastgang hat und der Leistungsbezug sich innerhalb klar definierbarer Grenzen bewegt. Es eignet sich besonders für Unternehmen, bei denen die Hauptverbraucher bekannt sind, ihre Leistungsaufnahme wenig variiert und ein fester Grenzwert die Netzentgelte bereits wirksam begrenzt.

Typische Einsatzszenarien für statisches Lastmanagement sind:

  • Betriebe mit gleichmäßigem Produktionsablauf und wenigen, klar definierten Großverbrauchern
  • Unternehmen, die erstmals ein Lastmanagementsystem einführen und schrittweise vorgehen möchten
  • Standorte, an denen keine externen Tarifsignale oder dynamischen Netzentgelte relevant sind
  • Gewerbeimmobilien mit stabiler Grundlast ohne stark schwankende Lastprofile

Der Vorteil des statischen Ansatzes liegt in seiner Einfachheit: Die Parametrierung ist überschaubar, der Betrieb erfordert weniger laufende Anpassungen, und die Investitionskosten sind in der Regel geringer. Allerdings verschenkt ein rein statisches System Potenzial, wenn sich Produktionsbedingungen, Tarifsituationen oder Energiebezugsstrukturen im Laufe der Zeit ändern. Ein statisch konfiguriertes System sollte daher regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst werden, da sich Umstände ändern können, die eine Nachjustierung erfordern.

Wo liegen die Vorteile des dynamischen Lastmanagements?

Dynamisches Lastmanagement bietet gegenüber dem statischen Ansatz den entscheidenden Vorteil, dass es auf sich verändernde Bedingungen in Echtzeit reagieren kann. Es optimiert den Leistungsbezug nicht nur gegen einen festen Grenzwert, sondern passt Strategie und Sollwerte kontinuierlich an aktuelle Tarife, Eigenversorgungssituationen oder Netzsignale an.

Die wesentlichen Vorteile im Überblick:

  • Höhere Kosteneinsparung: Durch flexible Sollwertprofile können Leistungsspitzen gezielter gekappt werden. Bereits eine Reduzierung der Jahreshöchstleistung um mehrere hundert Kilowatt kann bei einem Leistungspreis von beispielsweise 140 Euro pro Kilowatt einen erheblichen Unterschied in der Jahresabrechnung bedeuten.
  • Integration erneuerbarer Energien: Dynamische Systeme können Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher oder Blockheizkraftwerke in die Regelstrategie einbeziehen und den Netzbezug entsprechend der Eigenerzeugung anpassen.
  • Reaktion auf Ladesignale: Unternehmen mit Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge profitieren besonders, da Ladeprozesse flexibel in das Gesamtlastmanagement integriert werden können.
  • Zeitvariable Tarife nutzen: Wenn Netzentgelte oder Energiepreise zeitabhängig sind, kann ein dynamisches System Lasten in günstigere Zeitfenster verschieben.
  • Skalierbarkeit: Dynamische Systeme lassen sich durch funktionale Add-ons erweitern und wachsen mit den Anforderungen des Unternehmens mit.

Gerade für produzierende Industriebetriebe, bei denen Leistungsspitzen reduzieren und Netzentgelte optimieren zu den zentralen Kostenhebeln gehören, bietet der dynamische Ansatz langfristig die größere Wirkung.

Welche Anforderungen stellt dynamisches Lastmanagement an die Infrastruktur?

Dynamisches Lastmanagement stellt höhere Anforderungen an die technische Infrastruktur als statische Systeme. Es benötigt eine zuverlässige Kommunikationsanbindung aller relevanten Verbraucher, Erzeuger und Speicher, eine leistungsfähige Steuerungshardware sowie die Möglichkeit, externe Signale in Echtzeit zu empfangen und zu verarbeiten.

Konkret sind folgende Voraussetzungen wichtig:

  • Messtechnik an den Verbrauchern: Idealerweise werden Verbraucher nicht nur mit theoretischen Anschlusswerten hinterlegt, sondern live über Zählerimpulse gemessen. Das erhöht die Regelgenauigkeit erheblich.
  • Kommunikationsinfrastruktur: Typischerweise wird ein Industrial-LAN genutzt, beispielsweise über IEC 104. Auch eine Integration ins Office-Netzwerk ist möglich, sollte aber sorgfältig geplant werden.
  • Steuerungskomponenten: Die Systemkomponenten, darunter Lastmanager und IO-Module, werden in der Regel in einem Steuerschrank verbaut, entweder als zentrales System oder verteilt in vorhandene Schränke eingebaut.
  • Schnittstellen zu übergeordneten Systemen: Für eine vollständige Systemintegration sind offene Schnittstellen wie OPC-UA oder Modbus erforderlich, damit das Lastmanagementsystem mit Energiemanagementsoftware, Ladeinfrastruktur oder Energieerzeugungsanlagen kommunizieren kann.

Wichtig ist außerdem, dass ein dynamisches Lastmanagementsystem keine einmalige Einrichtung ist, die danach unbeobachtet im Hintergrund läuft. Es erfordert eine regelmäßige Begleitung, da sich betriebliche Umstände, Tarife oder Produktionsprozesse ändern können, die eine Anpassung der Parameter notwendig machen.

Welches Lastmanagementsystem eignet sich für welchen Betrieb?

Die Wahl zwischen statischem und dynamischem Lastmanagement hängt von der Komplexität des Lastprofils, den Tarifstrukturen und den langfristigen Energiezielen eines Betriebs ab. Als Faustregel gilt: Je variabler der Lastgang und je größer das Einsparpotenzial bei Leistungsspitzen, desto mehr lohnt sich ein dynamischer Ansatz.

Folgende Orientierungshilfe kann bei der Entscheidung helfen:

  • Kleines Gewerbeunternehmen mit stabiler Last: Statisches Lastmanagement ist oft ausreichend und wirtschaftlich sinnvoll. Ein fester Sollwert begrenzt die Jahreshöchstleistung wirksam.
  • Mittelständischer Industriebetrieb mit wechselnden Produktionszyklen: Dynamisches Lastmanagement bietet mehr Flexibilität und kann Leistungsspitzen gezielter kappen, ohne Produktionsprozesse unnötig zu unterbrechen.
  • Großverbraucher mit eigener Erzeugung (PV, BHKW, Speicher): Dynamisches Lastmanagement ist nahezu unverzichtbar, um Eigenerzeugung und Netzbezug intelligent zu koordinieren.
  • Unternehmen mit wachsender Ladeinfrastruktur: Ein dynamisches System integriert Ladevorgänge in die Gesamtstrategie und verhindert, dass Ladepeaks die Jahreshöchstleistung treiben.
  • Betriebe mit Gasverbrauch: Lastmanagement ist nicht nur für Strom relevant. Für Gas gelten 60-Minuten-Messperioden, und separate oder kombinierte Systeme für Strom und Gas sind möglich.

Grundsätzlich schließen sich beide Ansätze nicht aus. Viele Unternehmen starten mit einem statischen System und erweitern dieses später um dynamische Funktionen, sobald sich Anforderungen oder Tarifstrukturen ändern. Entscheidend ist, dass das gewählte System skalierbar ist und sich mit einem intelligenten Lastmanagementsystem nahtlos weiterentwickeln lässt.

Wie die Berg GmbH beim Lastmanagement unterstützt

Die Berg GmbH bietet mit Optimo ein automatisiertes Lastmanagementsystem, das sowohl statische als auch dynamische Betriebsmodi unterstützt und sich flexibel an die Anforderungen von Industrie und Gewerbe anpasst. Das System wurde speziell dafür entwickelt, Leistungsspitzen in Echtzeit zu erkennen und automatisch gegenzusteuern, ohne Produktionsprozesse unnötig zu belasten.

Konkret bietet die Berg GmbH mit Optimo unter anderem:

  • Echtzeit-Trendprognosen auf Basis des Trendrechnungsverfahrens, synchron zur Messung des Energieversorgers
  • Flexible Regelstrategien: stufiges Abschalten, Sperren von Verbrauchern oder analoge Regelung für komplexe Prozesse
  • Integration von Photovoltaik, Batteriespeichern, BHKW und Ladeinfrastruktur in die Lastmanagementstrategie
  • Kombinierbarkeit mit der Energiemanagementsoftware Efficio® für eine einheitliche Bedienoberfläche
  • Offene Schnittstellen (OPC-UA, Modbus, IEC 104) für eine reibungslose Integration in bestehende Systeme
  • Professionelle Lastganganalysen, Tarif- und Netzentgeltanalysen sowie Unterstützung bei Inbetriebnahme und laufendem Betrieb

Ob ein Betrieb mit einem einfachen statischen Setup beginnt oder direkt ein dynamisches System benötigt, die Experten von Berg analysieren den individuellen Lastgang und empfehlen die passende Lösung. Jetzt Kontakt aufnehmen und herausfinden, welches Lastmanagementsystem zum eigenen Betrieb passt.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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