de

Was ist ein Peak-Shaving-Speicher und wie unterscheidet er sich von einem PV-Speicher?

Berg GmbH ·
Industrielle Batteriespeichereinheit neben Solaranlage auf einem modernen Gewerbedach bei natürlichem Tageslicht.

Wer sich mit dem Thema Batteriespeicher für gewerbliche oder industrielle Anwendungen beschäftigt, stößt schnell auf zwei Begriffe, die auf den ersten Blick ähnlich klingen, aber grundlegend unterschiedliche Ziele verfolgen: den PV-Speicher und den Peak-Shaving-Speicher. Beide speichern elektrische Energie, doch der Anwendungszweck, die Dimensionierung und der wirtschaftliche Nutzen unterscheiden sich erheblich. Wer den falschen Speichertyp wählt oder die beiden Systeme verwechselt, verschenkt erhebliches Einsparpotenzial. Dieser Artikel klärt die wichtigsten Unterschiede und zeigt, wann welcher Ansatz sinnvoll ist.

Zwei Speicher, zwei grundverschiedene Aufgaben

Ein PV-Speicher ist in erster Linie darauf ausgelegt, selbst erzeugten Solarstrom zwischenzuspeichern und zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Das Ziel: den Eigenverbrauchsanteil erhöhen und die Abhängigkeit vom Netz reduzieren. Geladen wird tagsüber, wenn die Photovoltaikanlage produziert; entladen wird abends oder nachts, wenn keine Solarleistung mehr zur Verfügung steht. Die Logik folgt dem Tagesgang der Sonne.

Ein Peak-Shaving-Speicher verfolgt eine völlig andere Logik. Hier geht es nicht um den Tagesrhythmus der Sonne, sondern um kurze, intensive Leistungsspitzen im Betriebsablauf. Der Speicher wird so eingesetzt, dass er genau dann Energie einspeist, wenn der Strombezug aus dem Netz einen kritischen Schwellenwert zu überschreiten droht. Das Ziel ist nicht Eigenversorgung, sondern die Begrenzung der gemessenen Höchstleistung, die für die Berechnung der Netzentgelte maßgeblich ist.

Beide Systeme nutzen dieselbe Technologie, Lithium-Ionen-Batterien oder ähnliche Speichertechnologien, aber die Steuerungslogik, der Ladezyklus und die Dimensionierung sind auf völlig unterschiedliche Anforderungen ausgerichtet.

Wie ein Peak-Shaving-Speicher Leistungsspitzen kappt

Der Peak-Shaving-Speicher greift in einem sehr engen Zeitfenster ein. Im deutschen Stromnetz wird die Leistung in 15-Minuten-Intervallen gemessen, und genau innerhalb dieser Viertelstunden entscheidet sich, ob eine Leistungsspitze entsteht oder nicht. Ein intelligentes System überwacht den aktuellen Bezug kontinuierlich und berechnet fortlaufend, welche Leistung am Ende der Messperiode zu erwarten ist, das sogenannte Trendverfahren.

Droht der Bezug den vordefinierten Sollwert zu überschreiten, reagiert der Peak-Shaving-Speicher sofort: Er speist Energie ein und reduziert so den Netzbezug in der kritischen Phase. Die Reaktionszeit muss dabei sehr kurz sein, da die 900 Sekunden einer Viertelstunde wenig Spielraum lassen. Entscheidend ist, dass der Speicher zum richtigen Zeitpunkt ausreichend geladen ist, also nicht bereits durch vorangegangene Entladezyklen erschöpft wurde. Die Steuerung des Lastmanagements muss daher Lade- und Entladestrategie intelligent koordinieren.

Im Unterschied dazu reagiert ein PV-Speicher nicht auf Leistungsspitzen, sondern auf Energieüberschüsse. Er lädt, wenn mehr Strom erzeugt als verbraucht wird, und entlädt nach einem festen Tagesmuster. Für die Kappung von Lastspitzen ist er in der Regel nicht optimiert und auch nicht geeignet.

Netzentgelte und Kostenwirkung im Vergleich

Der entscheidende wirtschaftliche Hebel beim Peak-Shaving liegt in der Struktur der Netzentgelte. Industrielle und gewerbliche Abnehmer zahlen neben dem verbrauchsabhängigen Arbeitspreis auch einen leistungsabhängigen Preis, den sogenannten Leistungspreis. Dieser richtet sich nach der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung im Jahr, der Jahreshöchstleistung. Eine einzige Spitze, die an einem einzigen Tag entsteht, kann die Netzentgelte für das gesamte folgende Jahr beeinflussen.

Konkret bedeutet das: Liegt der Leistungspreis beispielsweise bei 140 Euro pro Kilowatt und lässt sich die Jahreshöchstleistung durch gezielte Maßnahmen um mehrere hundert Kilowatt senken, ergibt sich daraus eine substanzielle jährliche Einsparung, die sich über die Laufzeit des Systems deutlich bemerkbar macht. Ein PV-Speicher hingegen wirkt auf den Arbeitspreis, indem er den Netzbezug mengenmäßig reduziert. Das ist ebenfalls wertvoll, aber ein anderer Kostenblock. Wer den Leistungspreis senken will, braucht eine Lösung, die auf Spitzen reagiert, nicht auf Mengen.

Für Unternehmen mit stark schwankenden Lastprofilen, etwa in der Produktion, in der Lebensmittelverarbeitung oder in Logistikzentren, kann die Wirkung eines Peak-Shaving-Speichers oder eines kombinierten intelligenten Lastmanagements besonders ausgeprägt sein.

Dimensionierung: Worauf es bei jedem Speichertyp ankommt

Die richtige Dimensionierung ist bei beiden Speichertypen ein kritischer Erfolgsfaktor, aber die Kriterien unterscheiden sich grundlegend.

Dimensionierung eines PV-Speichers

Beim PV-Speicher orientiert sich die Kapazität an der installierten Solarleistung und dem typischen Tagesverbrauchsprofil. Ziel ist es, möglichst viel des tagsüber erzeugten Stroms für die Abendstunden zu puffern. Maßgeblich sind die Energiemenge in Kilowattstunden sowie die Lade- und Entladeleistung in Kilowatt. Eine Überdimensionierung führt zu unnötigen Investitionskosten, eine Unterdimensionierung verschenkt Eigenverbrauchspotenzial.

Dimensionierung eines Peak-Shaving-Speichers

Beim Peak-Shaving-Speicher steht die Leistungsfähigkeit im Vordergrund, also wie viel Kilowatt der Speicher innerhalb kurzer Zeit liefern kann. Die Kapazität muss ausreichen, um eine Spitze über die Dauer einer Viertelstunde abzudecken. Dabei spielen die Häufigkeit und Dauer der Spitzen, das typische Lastprofil und die Höhe des angestrebten Sollwerts eine zentrale Rolle. Eine gründliche Lastanalyse auf Basis realer Messdaten ist Voraussetzung für eine sinnvolle Auslegung. Ohne diese Datenbasis lässt sich weder die optimale Kapazität noch die erforderliche Entladeleistung zuverlässig bestimmen.

Kombination beider Systeme: Wann lohnt sich das?

Die Kombination aus PV-Speicher und Peak-Shaving-Speicher ist technisch möglich und in bestimmten Konstellationen wirtschaftlich attraktiv. Voraussetzung ist jedoch, dass die Steuerungslogik beider Systeme sauber aufeinander abgestimmt ist. Ein Speicher, der gleichzeitig PV-Überschüsse puffern und Lastspitzen kappen soll, muss zu jedem Zeitpunkt im richtigen Ladezustand sein, was ohne intelligente Systemsteuerung kaum zuverlässig gelingt.

Sinnvoll ist die Kombination vor allem dann, wenn ein Unternehmen eine substanzielle PV-Anlage betreibt und gleichzeitig ein ausgeprägtes Spitzenlastproblem hat. In solchen Fällen lassen sich beide Funktionen in einem Speichersystem vereinen, sofern die Betriebsstrategie klar definiert ist und Prioritäten festgelegt werden: Welche Funktion hat Vorrang, wenn beide gleichzeitig aktiv werden wollen?

Für viele industrielle Betriebe ist es pragmatischer, zunächst das Lastmanagement als eigenständige Lösung zu implementieren und den Speicher erst dann zu integrieren, wenn das Lastprofil gut analysiert und die Steuerungslogik erprobt ist. Ein professionelles Energieaudit kann dabei helfen, die richtige Reihenfolge und Prioritätensetzung zu bestimmen.

Peak-Shaving-Speicher im industriellen Energiemanagement einsetzen

Im industriellen Kontext ist der Peak-Shaving-Speicher selten eine isolierte Maßnahme. Er ist in der Regel Teil eines umfassenderen Energiemanagementsystems, das Verbrauchsdaten erfasst, Lastprofile analysiert und Eingriffe koordiniert. Dabei gilt: Ein Speicher allein löst das Spitzenlastproblem nicht dauerhaft, wenn die Ursachen der Spitzen nicht verstanden und adressiert werden.

Effektives Lastmanagement im industriellen Umfeld kombiniert daher mehrere Strategien: die Verlagerung flexibler Lasten, die Sperrung von Verbrauchern in kritischen Momenten, die analoge Regelung von Großverbrauchern wie Öfen oder Kompressoren sowie den gezielten Einsatz von Batteriespeichern als schnell reagierende Reserve. Entscheidend ist dabei nicht das starre Abschalten von Anlagen, sondern das intelligente Steuern und Priorisieren von Lasten, ohne laufende Produktionsprozesse zu unterbrechen. Für Unternehmen, die eine Zertifizierung nach ISO 50001 anstreben, liefert ein solches System zudem wertvolle Datengrundlagen für das Energiemanagementsystem.

Die Integration von Batteriespeichern in bestehende Lastmanagementsysteme erfordert eine sorgfältige Planung, eine klare Betriebsstrategie und eine kontinuierliche Feinabstimmung nach der Inbetriebnahme. Nur dann entfaltet ein Peak-Shaving-Speicher seinen vollen wirtschaftlichen Nutzen.

Wie Berg beim Peak-Shaving und Lastmanagement unterstützt

Berg GmbH begleitet Industrieunternehmen, Gewerbebetriebe und öffentliche Einrichtungen bei der Analyse, Planung und Umsetzung von Lastmanagement- und Peak-Shaving-Lösungen. Das Leistungsangebot umfasst konkret:

  • Lastprofilanalyse und Potenzialermittlung: Auf Basis realer Messdaten wird ermittelt, wo Leistungsspitzen entstehen und welche Einsparpotenziale bei den Netzentgelten realistisch erreichbar sind.
  • Optimo Lastmanagementsystem: Das automatisierte System steuert Verbraucher in Echtzeit, verhindert das Überschreiten von Leistungsgrenzen und arbeitet nach dem bewährten Trendrechnungsverfahren innerhalb der 15-Minuten-Messperiode.
  • Integration von Batteriespeichern: Berg unterstützt bei der Einbindung von Speichersystemen in bestehende Lastmanagementlösungen und stimmt die Betriebsstrategie auf das individuelle Lastprofil ab.
  • Kombination mit Efficio Energiemanagement: Optimo und Efficio lassen sich zu einer einheitlichen Plattform verbinden, die sowohl Lastmanagement als auch lückenloses Energiemonitoring in einer Bedienoberfläche vereint.
  • Begleitung bis zur Serienreife: Von der Inbetriebnahme über die Einregulierungsphase bis zum laufenden Betrieb steht ein erfahrenes Projektteam zur Verfügung.

Wer den ersten Schritt machen möchte, findet beim Team von Berg kompetente Ansprechpartner für eine individuelle Beratung. Jetzt Kontakt aufnehmen und gemeinsam analysieren, welches Potenzial im eigenen Lastprofil steckt.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

Ähnliche Artikel

Dieser Inhalt wurde mithilfe von KI erstellt und kann Fehler enthalten.

Jetzt kontaktieren E-Mail
Jetzt kontaktieren info@berg-energie.de
Ihre Kontaktpersonen Kontakt
Ihre Kontaktpersonen
Newsletter Newsletter
Newsletter Jetzt anmelden
×
Kontaktformular Allgemein
 

Für die Verarbeitung Ihrer personenbezogenen Daten gilt unsere Datenschutzerklärung.

Für Efficio-Supportanfragen nutzen Sie bitte das integrierte Support-Ticket-System in Efficio®.