Steigende und schwankende Energiepreise sind für viele produzierende Unternehmen längst zu einer strategischen Frage geworden. Im Gespräch mit Dr. Peter Günther, technischem Geschäftsführer der Berg GmbH wird deutlich: Wer Energiemanagement aktiv angeht, verwandelt eine vermeintliche Belastung in einen echten Wettbewerbsvorteil. Die folgenden Erkenntnisse aus dem Interview zeigen, worauf es dabei ankommt.
Für Dr. Günther ist die Energiewende kein Kostentreiber, sondern eine Riesenchance. Sein Argument: Es ergibt wirtschaftlich keinen Sinn, Überschüsse an Wind- und Sonnenenergie durch Abschaltung von Anlagen zu verschenken und zugleich teure fossile Energieträger einzukaufen, nur um zu bestimmten Zeiten ausreichend Energie im Netz zu haben.
Stattdessen können Unternehmen, die ihre Produktion flexibel an günstige Energiezeiten anpassen, von attraktiven Energietarifen profitieren. Das Ziel dahinter ist einfach: kalkulierbare, möglichst niedrige Energiekosten für die eigene Produktion und damit ein handfester Wettbewerbsvorteil für die gesamte Industrie.
Praxisbeispiel: Wie transparente Daten Produktionskosten senken
Wie konkret sich das auszahlt, zeigt ein Praxisbeispiel aus dem Interview: Wird für einen Produktionsschritt exakt gemessen, wie viel Energie benötigt wird, lässt sich das Produktionsverfahren gezielt anpassen, bei gleicher oder sogar höherer Produktqualität, aber deutlich geringerem Energieverbrauch.
Der direkte Vergleich der eingesparten Energiemenge pro Produktionsschritt lässt sich anschließend hochskalieren. Aus präzisen Messdaten werden so reale, wiederholbare Einsparungen. Kapital, das Unternehmen an anderer Stelle wieder investieren können.
Wettbewerbsfähigkeit ohne Energieoptimierung ist kaum möglich
Jedes Unternehmen steht im Wettbewerb, auch bei den Energiekosten. Marktbegleiter an günstigeren Standorten setzen automatisch unter Druck, die eigene Kostenstruktur zu optimieren. Neben cleveren Produkten und Anpassungen gehört für Dr. Günther deshalb eine kostengünstigere Produktion zu den entscheidenden Wettbewerbsfaktoren.
ISO 50001 als Einstieg ins strukturierte Energiemanagement
Für viele Unternehmer führt der pragmatischste Einstieg direkt zur ISO 50001, dem internationalen Standard für Energiemanagementsysteme, der für energieintensive Unternehmen besonders relevant ist. Die Norm definiert das Thema Energiemanagement neu und etabliert es als festen Prozess im Unternehmen, inklusive einer Unternehmenskultur, die Mitarbeitende aktiv einbindet, über Energieverbrauch nachzudenken.
Um diesen Prozess zu führen, braucht es passende Werkzeuge. Genau hier setzt Efficio® an: Sie bildet exakt das Modul, das für die Normanforderungen benötigt wird. Mit wenig Aufwand, aber hoher Effizienz. Sowohl interne als auch offizielle externe Audits lassen sich damit bei geringstmöglichem eigenem Ressourceneinsatz erfolgreich abschließen.

Efficio® Funktionsmodul „Energie & Umwelt“
Warum vernachlässigte Flexibilität zu Unsicherheit führt
Wer das Thema Energieflexibilität ignoriert, unterschätzt nach Dr. Günthers Einschätzung die Folgen. Die Annahme „es bleibt alles wie es ist, es wird vielleicht ein bisschen teurer“ trägt selten lange: Stärkere Preisschwankungen als erwartet und plötzliche, unvorhergesehene Ereignisse erzeugen Stresssituationen im Unternehmen und Angst ist bekanntlich ein schlechter Ratgeber.
Die Folge ist häufig eine Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeitende unsicher und unwohl fühlen, weil ungeplante Flexibilität das gesamte Unternehmen langfristig sogar hinsichtlich Wettbewerb gefährden kann. Wer sich dagegen aktiv vorbereitet, Maßnahmen trifft und dies auch an das Team kommuniziert, vermittelt Sicherheit. Mit messbarem Effekt auf Stimmung und Zufriedenheit im Unternehmen.
Cybersicherheit: ernst nehmen, aber nicht dramatisieren
Mit wachsender Digitalisierung des Energiemanagements rückt auch die Cybersicherheit stärker in den Fokus – gerade bei Energieversorgern als kritischer Infrastruktur. Dr. Günther betont, dass sowohl Lieferanten als auch Verbraucher gemeinsam Verantwortung tragen müssen, damit unsichere Verhaltensweisen nicht zunehmende kriminelle Energie in diesem Bereich begünstigen.
Gleichzeitig warnt er davor, Unternehmen mit zu viel Bürokratie in ihrer eigentlichen Wirtschaftlichkeit auszubremsen. Bei Berg sorgen deshalb eigene, gut ausgebildete IT-Fachkräfte dafür, dass Energiemanagementsysteme wie Efficio® den geforderten Sicherheitsstandards genügen, im engen Austausch mit den IT-Abteilungen der Kunden. Sicherheit und Datensicherheit dürfen nicht außer Acht gelassen werden, sollen aber auch nicht in eine Paniksituation münden.
Die Energiezukunft in einem Satz
Auf die Frage nach der Energiezukunft in einem einzigen Satz antwortet Dr. Günther: „Die Zukunft geht weg vom belehrenden Einsparmythos, hin zur intelligenten Nutzung der verfügbaren Energie.“ Nicht Verzicht, sondern intelligentes, datenbasiertes Energiemanagement entscheidet künftig über die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.
Fazit
Professionelles Energiemanagement ist längst kein Nice-to-have mehr, sondern eine strategische Notwendigkeit für produzierende Unternehmen. Wer volle Transparenz über den eigenen Verbrauch schafft, die eigene Produktionskompetenz nutzt, sich an Standards wie der ISO 50001 orientiert und Cybersicherheit von Anfang an mitdenkt, macht aus der Energiewende einen echten Wettbewerbsvorteil.
Berg GmbH begleitet Unternehmen mit dem Energiemanagementsystem Efficio® genau auf diesem Weg, von der ersten Transparenz über den Energieverbrauch bis zum erfolgreichen ISO-50001-Audit.
Unser Interviewpartner
Dr. Peter Günther, technischer Geschäftsführer der Berg GmbH, zeigt, wie Unternehmen durch transparentes Energiemanagement ihre Kosten senken und die Energiewende als Chance nutzen.
Dr. Ing. Peter Günther
Technischer Geschäftsführer/CTO Bereichsleiter EntwicklungEnergiemanagement in Unternehmen: Die wichtigsten Fragen und Antworten für Energiemanager
1. Wie können Unternehmen ihre Energiekosten durch flexible Produktion senken?
Unternehmen senken ihre Energiekosten, indem sie energieintensive Prozesse in Zeiten mit günstigen Strompreisen verlagern. Wer seine Produktion flexibel an diese Zeiten anpasst, kann von attraktiven Energietarifen profitieren, statt Überschüsse aus Wind- und Sonnenenergie ungenutzt zu lassen.
Dabei hilft die eigene Produktionskompetenz: Wer seine Verfahren ohnehin laufend optimiert, kann mit demselben Wissen die richtigen Methoden, Zeitpunkte und Rohstoffe für eine wirtschaftliche Flexibilisierung bestimmen. Das Ergebnis sind kalkulierbare, niedrigere Energiekosten und ein handfester Wettbewerbsvorteil.
2. Warum ist Transparenz über den Energieverbrauch die Grundlage für Energiemanagement?
Nur wer weiß, wo, wann, wie viel und warum Energie verbraucht wird, kann Einsparpotenziale erkennen und Flexibilität gezielt planen. Ohne ein Energiemanagementsystem ist diese Transparenz kaum realistisch zu erreichen.
Wie sich das auszahlt, zeigt die Praxis: Wird der Energiebedarf eines Produktionsschritts exakt gemessen, lässt sich das Verfahren gezielt anpassen, bei gleicher oder höherer Produktqualität und deutlich geringerem Verbrauch. Die Einsparung pro Produktionsschritt lässt sich anschließend hochskalieren. Ein Energiemanagementsystem wie Efficio® von Berg schafft dafür die nötige Datengrundlage.
3. Wie gelingt der Einstieg in ein Energiemanagement nach ISO 50001?
Die ISO 50001 ist für viele Unternehmen der pragmatischste Einstieg in ein strukturiertes Energiemanagement. Der internationale Standard ist besonders für energieintensive Unternehmen relevant. Er verankert Energiemanagement als festen Prozess und fördert eine Unternehmenskultur, in der Mitarbeitende aktiv über Energieverbrauch nachdenken.
Für die Umsetzung braucht es passende Werkzeuge. Efficio® bildet das Modul ab, das für die Normanforderungen benötigt wird, mit wenig Aufwand und hoher Effizienz. So lassen sich interne und externe Audits mit möglichst geringem eigenen Ressourceneinsatz vorbereiten und durchführen.
Wer ist für die Cybersicherheit im Energiemanagement verantwortlich?
Für die Cybersicherheit im Energiemanagement sind Anbieter und Anwender gemeinsam verantwortlich. Nur wenn beide Seiten sichere Verhaltensweisen etablieren, lässt sich verhindern, dass Angreifer Schwachstellen ausnutzen. Mit der zunehmenden Digitalisierung gewinnt das Thema an Bedeutung, besonders bei Energieversorgern als Teil der kritischen Infrastruktur.
Wichtig ist, Cybersicherheit ernst zu nehmen, ohne Unternehmen durch übermäßige Bürokratie in ihrer Wirtschaftlichkeit auszubremsen. Bei Berg sorgen eigene, gut ausgebildete IT-Fachkräfte dafür, dass Efficio® die geforderten Sicherheitsstandards erfüllt, in enger Abstimmung mit den IT-Abteilungen der Kunden.
5. Warum ist Energieflexibilität ein Wettbewerbsfaktor für Unternehmen?
Energieflexibilität ist ein Wettbewerbsfaktor, weil Energiekosten direkt die Kostenstruktur eines Unternehmens bestimmen. Mitbewerber an Standorten mit günstigerer Energie erhöhen den Druck, die eigene Produktion kostengünstiger zu gestalten.
Wer Flexibilität vernachlässigt, ist Preisschwankungen und unvorhergesehenen Ereignissen unvorbereitet ausgesetzt, mit spürbaren Folgen für Planung und Stimmung im Team. Wer sich aktiv vorbereitet und das intern kommuniziert, schafft Sicherheit. Dr. Peter Günther, technischer Geschäftsführer der Berg GmbH, fasst es so zusammen: „Die Zukunft geht weg vom belehrenden Einsparmythos, hin zur intelligenten Nutzung der verfügbaren Energie.“
Bildquelle:
Berg GmbH