en

Wie können Krankenhäuser Lastspitzen reduzieren, ohne kritische Verbraucher zu beeinträchtigen?

Berg GmbH ·
Digitales Energiemonitoringpanel in einem Krankenhaustech­nikraum mit grünen Verbrauchskurven und aktiven Medizingeräteanzeigen.

Krankenhäuser gehören zu den energieintensivsten Gebäudetypen überhaupt. Operationssäle, Intensivstationen, medizinische Geräte, Klimatisierung und Beleuchtung laufen rund um die Uhr, und das ohne Unterbrechung. Gleichzeitig steigen die Energiekosten, und der Druck, Netzentgelte zu senken sowie Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, wächst auch im Gesundheitssektor. Wer jedoch beim Thema Lastmanagement an einfaches Abschalten denkt, unterschätzt die Komplexität des Krankenhausbetriebs erheblich. Die eigentliche Kunst liegt darin, Leistungsspitzen zu kappen, ohne auch nur einen einzigen kritischen Verbraucher zu gefährden.

Intelligentes Energiemanagement im Krankenhaus ist deshalb keine reine Effizienzfrage, sondern eine Frage der Patientensicherheit und der betrieblichen Verantwortung. Dieser Beitrag zeigt, wie Krankenhäuser Lastspitzen systematisch reduzieren können, welche technischen Ansätze dabei infrage kommen und wie sich das in bestehende Infrastrukturen integrieren lässt.

Warum Krankenhäuser besondere Anforderungen ans Lastmanagement stellen

Kein anderer Gebäudetyp stellt so hohe Anforderungen an die Versorgungssicherheit wie ein Krankenhaus. Während in der Industrie ein kurzer Abschaltimpuls an einer Produktionsanlage oft tolerierbar ist, kann im klinischen Umfeld jede ungeplante Unterbrechung der Versorgung eines Verbrauchers ernste Konsequenzen haben. Das betrifft nicht nur Operationsräume, sondern auch Beatmungsgeräte, Kühlketten für Medikamente und Blutprodukte sowie bildgebende Systeme wie MRT und CT.

Hinzu kommt die Heterogenität des Verbraucherprofils: Ein Krankenhaus vereint auf einem einzigen Campus Bereiche, die sich in ihrer Kritikalität fundamental unterscheiden. Küchen, Wäschereien und Parkhaustechnik lassen sich zeitlich flexibel steuern, während Intensivstationen und Notaufnahmen keinerlei Eingriff dulden. Diese Mischung macht das intelligente Lastmanagement im Krankenhaus anspruchsvoller als in den meisten Industriebetrieben, und gleichzeitig besonders lohnenswert, wenn es richtig umgesetzt wird.

Kritische und nicht-kritische Verbraucher im Krankenhaus unterscheiden

Der erste und wichtigste Schritt bei der Einführung eines Lastmanagementsystems im Krankenhaus ist eine saubere Klassifizierung aller Verbraucher. Nur wer genau weiß, welche Anlagen unter keinen Umständen unterbrochen werden dürfen, kann das System so konfigurieren, dass Eingriffe ausschließlich dort erfolgen, wo sie sicher und zulässig sind.

Nicht abschaltbare Verbraucher

Zur Kategorie der absolut kritischen Verbraucher zählen medizintechnische Geräte auf Intensivstationen, Operationssäle mit laufenden Eingriffen, Notbeleuchtung und Sicherheitssysteme sowie Kühlanlagen für Blut, Organe und temperatursensible Medikamente. Diese Verbraucher sind im Lastmanagementsystem als gesperrt zu hinterlegen und dürfen niemals Gegenstand automatisierter Abschaltbefehle sein.

Flexibel steuerbare Verbraucher

Auf der anderen Seite gibt es im Krankenhaus eine Reihe von Verbrauchern, die sich sehr wohl zeitlich verschieben oder in ihrer Leistungsaufnahme reduzieren lassen. Dazu gehören Lüftungsanlagen in Verwaltungsbereichen, Waschmaschinen und Trockner in der Wäscherei, Aufzüge in wenig frequentierten Bereichen sowie Ladesysteme für Elektrofahrzeuge oder interne Transportgeräte. Entscheidend ist, dass im System für jeden dieser Verbraucher minimale Ein- und Ausschaltzeiten hinterlegt werden, damit Rückschaltvorgänge sicher und geordnet ablaufen können.

Ein weiterer Ansatz, der in der Praxis häufig unterschätzt wird: Lastmanagement bedeutet nicht immer Abschalten. Oft geht es darum, Verbraucher zu sperren, also zu verhindern, dass sie in einem ungünstigen Moment zusätzlich zugeschaltet werden. Gerade wenn eine Viertelstunde kurz davor ist, den Sollwert zu überschreiten, kann das gezielte Sperren neuer Einschaltvorgänge ausreichen, um die Leistungsspitze zu vermeiden.

Technische Ansätze zur Lastspitzenreduzierung ohne Versorgungsrisiko

Moderne Lastmanagementsysteme arbeiten mit einer kontinuierlichen Trendberechnung innerhalb des 15-Minuten-Messintervalls. Das System weiß zu jedem Zeitpunkt, auf welchen Endwert die aktuelle Leistungskurve hinausläuft, und kann frühzeitig eingreifen, bevor die Spitze tatsächlich entsteht. Diese sogenannte Korrekturleistung zeigt an, wie viel Leistung reduziert oder gesperrt werden müsste, damit die Viertelstunde innerhalb des definierten Sollwerts abschließt.

Stufiges Abschalten und analoge Regelung

Nicht jeder Eingriff muss ein vollständiges Abschalten sein. Viele Verbraucher lassen sich stufenweise in ihrer Leistungsaufnahme reduzieren. Lüftungsanlagen etwa können von 100 auf 70 Prozent gedrosselt werden, ohne dass der Komfort oder die Funktion spürbar leidet. In Bereichen mit großen thermischen Prozessen, wie sie etwa in Sterilisationsanlagen vorkommen, ist die analoge Regelung oft die bevorzugte Methode: Statt hart abzuschalten, wird die Leistungszufuhr kontinuierlich angepasst.

Live-Messung statt Schätzwerten

Ein entscheidender Faktor für die Genauigkeit des Systems ist die Art der Messung. Wenn das Lastmanagementsystem nicht auf theoretische Anschlusswerte zurückgreift, sondern die tatsächliche Leistungsaufnahme jedes Verbrauchers in Echtzeit über Zählerimpulse misst, arbeitet es erheblich präziser. Das reduziert unnötige Eingriffe und erhöht gleichzeitig die Sicherheitsmarge für kritische Bereiche. Für Krankenhäuser, die neben dem Lastmanagement auch ein vollständiges Energiemanagementsystem aufbauen wollen, bietet sich die Kombination aus Laststeuerung und umfassender Verbrauchserfassung an, etwa im Rahmen einer Zertifizierung nach ISO 50001.

Netzentgelte und Kosteneinsparungen durch gezieltes Peakshaving

Der wirtschaftliche Kern des Lastmanagements liegt in der Reduzierung des Jahreshöchstlastwertes, der als Grundlage für den Leistungspreis im Netzentgelt dient. Dieser Leistungspreis wird je nach Netzbetreiber und Netzebene in Euro pro Kilowatt berechnet und mit der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung des Jahres multipliziert. Selbst eine moderate Reduzierung der Spitzenleistung kann hier spürbare Auswirkungen auf die jährliche Kostenbilanz haben.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Bei einem Leistungspreis von 140 Euro pro Kilowatt und einer Spitzenreduktion von 400 Kilowatt ergibt sich eine jährliche Einsparung von 56.000 Euro allein beim Netzentgelt, ohne dass eine einzige Kilowattstunde weniger Energie verbraucht wird. Krankenhäuser, die häufig im Megawatt-Bereich operieren, haben entsprechend hohes Potenzial. Wichtig ist dabei, dass das System dauerhaft betreut wird: Veränderte Betriebsprozesse, neue Geräte oder saisonale Schwankungen können dazu führen, dass Einstellungen angepasst werden müssen. Transparente Verbrauchserfassung ist dabei die Grundlage, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Integration von Lastmanagement in bestehende Krankenhausinfrastruktur

Die Integration eines Lastmanagementsystems in ein bestehendes Krankenhaus ist technisch anspruchsvoll, aber gut lösbar. Typischerweise werden die Systemkomponenten in einem Steuerschrank verbaut, der zentral oder dezentral im Gebäude installiert wird. Über standardisierte Kommunikationsprotokolle wie IEC 104 lässt sich das System in das vorhandene Gebäudeautomationsnetz einbinden, ohne dass ein vollständiger Neuaufbau der Infrastruktur notwendig wäre.

Für Krankenhäuser mit stark verteilten Verbrauchern über mehrere Gebäude oder Etagen bieten sich dezentrale Ansätze an, bei denen Module in vorhandene Schaltschränke integriert werden. Das spart Platz und reduziert den Installationsaufwand. Alternativ ermöglichen Funktechnologien wie LoRaWAN eine schnelle und kabellose Anbindung von Zählern und Sensoren, besonders dort, wo Kabelwege aufwendig oder baulich nicht realisierbar sind. Dabei sollte das Sendeintervall sorgfältig gewählt werden: Für das 15-Minuten-Messraster der Energiewirtschaft empfiehlt sich ein Übertragungsintervall von etwa sieben Minuten, um mindestens zwei Messpunkte je Viertelstunde sicherzustellen.

Ein weiterer Aspekt ist die Bedienoberfläche. Wenn Lastmanagement und Energiemonitoring auf einer einheitlichen Plattform zusammengeführt werden, profitieren sowohl technisches Personal als auch kaufmännische Abteilungen. Energiemanager sehen Lastverläufe und Eingriffe in Echtzeit, während das Controlling Kostenstellen und Verbrauchsdaten direkt auswerten kann. Das erleichtert auch die Dokumentation für Managementsysteme wie ISO 50001 oder ISO 14001 erheblich.

Wie Berg Krankenhäuser beim Lastmanagement unterstützt

Berg GmbH bietet Krankenhäusern und anderen versorgungskritischen Einrichtungen eine durchdachte Kombination aus Hardware, Software und langjähriger Implementierungserfahrung. Die Lösungen sind speziell darauf ausgelegt, komplexe Verbraucherstrukturen sicher zu steuern und gleichzeitig messbare Kosteneffekte zu erzielen. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • Optimo: das automatisierte Lastmanagementsystem, das Leistungsspitzen in Echtzeit erkennt und gezielt eingreift, ohne kritische Verbraucher zu berühren
  • Efficio®: die Energiemanagementsoftware zur lückenlosen Erfassung aller Medien- und Energieverbräuche, mit Dashboards für Technik und Controlling
  • Kombinierte Nutzung beider Systeme auf einer einheitlichen Oberfläche, was Betrieb und Auswertung deutlich vereinfacht
  • Flexible Installationskonzepte für zentrale und dezentrale Infrastrukturen, inklusive LoRaWAN-Anbindung für schwer erreichbare Zählpunkte
  • Unterstützung bei der Einführung von Managementsystemen nach ISO 50001 oder ISO 14001

Ob als Einstieg über das Lastmanagement oder als umfassendes Energiemanagementsystem: Berg begleitet den gesamten Prozess von der Planung bis zur laufenden Betreuung. Nehmen Sie Kontakt mit Berg auf, um gemeinsam zu analysieren, welches Potenzial in Ihrer Einrichtung steckt.

Dieser Artikel wurde mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

Related Articles

This content was generated with the help of AI and it may contain mistakes

Contact now
Contact now info@berg-energie.de
Contact now
Contact now