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Wie senkt Lastmanagement dauerhaft die Netzentgelte?

Berg GmbH ·
Moderner Energieleitstand mit Stromzähler-Display und Lastkurven-Diagramm zur Spitzenlastreduzierung, grüne Pflanze, helles Tageslicht

Lastmanagement senkt Netzentgelte dauerhaft, indem es die jährliche Leistungshöchstspitze im Strom- oder Gasbezug aktiv begrenzt. Da Netzentgelte in der Industrie maßgeblich nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze eines Jahres berechnet werden, wirkt sich jede dauerhaft vermiedene Lastspitze direkt und langfristig auf die Netznutzungskosten aus. Die folgenden Abschnitte erläutern, wie dieser Mechanismus funktioniert, wann er sich wirtschaftlich lohnt und wie er sich in bestehende Energieinfrastrukturen integrieren lässt.

Wie werden Netzentgelte überhaupt berechnet?

Netzentgelte setzen sich aus zwei wesentlichen Komponenten zusammen: einem Arbeitspreis, der auf die tatsächlich verbrauchte Energiemenge (kWh) erhoben wird, und einem Leistungspreis, der sich an der höchsten gemessenen Leistung (kW) innerhalb eines Abrechnungsjahres orientiert. Für industrielle Großverbraucher macht der leistungsabhängige Anteil einen erheblichen Teil der gesamten Netznutzungskosten aus.

Der Netzbetreiber misst die Leistung in der Regel in 15-Minuten-Intervallen, also 96 Mal pro Tag. Der höchste dieser Messwerte über das gesamte Jahr bildet die sogenannte Jahreshöchstlast. Auf diese Spitze wird der vertraglich vereinbarte Leistungspreis angewendet, unabhängig davon, wie selten oder kurz diese Spitze aufgetreten ist. Für Gaslieferungen gelten entsprechend 60-Minuten-Perioden als Messintervall.

Dieser Abrechnungsmechanismus bedeutet: Selbst eine einzige kurze Überschreitung des üblichen Leistungsniveaus, etwa durch das gleichzeitige Anlaufen mehrerer Maschinen, kann die Jahreshöchstlast und damit die Netzentgelte für das gesamte Folgejahr erhöhen. Unternehmen, die diesen Zusammenhang kennen und aktiv steuern, haben einen strukturellen Kostenvorteil gegenüber Betrieben, die ihren Leistungsbezug ungeplant laufen lassen.

Welche Rolle spielen Leistungsspitzen bei den Energiekosten?

Leistungsspitzen sind der entscheidende Kostentreiber im leistungsabhängigen Teil der Netzentgelte. Da der Leistungspreis auf die Jahreshöchstlast angewendet wird, bestimmt eine einzige Spitze die Höhe dieser Kostenkomponente für zwölf Monate. Je höher und häufiger diese Spitzen ausfallen, desto teurer wird der Energiebezug insgesamt.

Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimension: Bei einem Leistungspreis von 140 Euro pro Kilowatt und einer Jahreshöchstlast von 1.400 kW entstehen allein durch den Leistungsanteil erhebliche Kosten. Gelingt es, diese Spitze dauerhaft auf 1.000 kW zu begrenzen, ergibt sich eine Differenz von 400 kW. Multipliziert mit dem Leistungspreis von 140 Euro ergibt das eine jährliche Einsparung von 56.000 Euro, die sich Jahr für Jahr wiederholt, solange die Spitze kontrolliert bleibt.

Neben dem direkten Kosteneffekt beeinflusst die Leistungsspitze auch die Netzstabilität. Netzbetreiber dimensionieren ihre Infrastruktur nach den Spitzenlastanforderungen ihrer Kunden. Unternehmen mit hohen und unkontrollierten Lastspitzen können zudem mit höheren Leistungspreisen konfrontiert werden, wenn ihre Netzanschlusskapazität neu bewertet wird. Das Lastspitzenmanagement ist damit nicht nur eine Frage der laufenden Kosten, sondern auch der langfristigen Tarifgestaltung.

Wie reduziert Lastmanagement konkret die Leistungsspitzen?

Lastmanagement reduziert Leistungsspitzen, indem es den aktuellen Leistungsbezug kontinuierlich mit einem vorgegebenen Sollwert vergleicht und bei drohender Überschreitung automatisch steuernd eingreift. Das System misst parallel zum Energieversorger in Echtzeit und errechnet anhand des sogenannten Trendrechnungsverfahrens, welche Leistung am Ende der laufenden Viertelstunde voraussichtlich erreicht wird.

Das Trendrechnungsverfahren funktioniert wie folgt: Das System erfasst zu jedem Zeitpunkt innerhalb der 15-Minuten-Messperiode den bisherigen Energiebezug und berechnet daraus eine Trendleistung. Diese zeigt an, wo der Leistungsbezug am Ende der Periode landen wird, wenn der aktuelle Verlauf anhält. Liegt die Trendleistung oberhalb des Sollwerts, berechnet das System eine sogenannte negative Korrekturleistung, also die Leistungsmenge, die abgeregelt oder verschoben werden muss, um innerhalb der Grenze zu bleiben.

Wichtig dabei: Modernes Lastmanagement bedeutet nicht primär das harte Abschalten von Verbrauchern. Vielmehr geht es darum, Verbraucher zu sperren, damit diese nicht in einem ungünstigen Moment zusätzlich zugeschaltet werden. Prozesse werden zeitlich verschoben, Lasten priorisiert und Energieflüsse intelligent koordiniert. Anlagen, Maschinen, Speichersysteme oder Ladeinfrastrukturen können dabei nach frei definierbaren Prioritäten gesteuert werden, ohne den laufenden Betrieb wesentlich zu beeinträchtigen.

Wann lohnt sich der Einsatz von Lastmanagement wirtschaftlich?

Der Einsatz von Lastmanagement zur Netzentgeltsenkung lohnt sich wirtschaftlich immer dann, wenn der leistungsabhängige Anteil der Netzentgelte einen relevanten Kostenfaktor darstellt und wenn die Jahreshöchstlast durch steuerbare Verbraucher beeinflusst werden kann. Grundsätzlich gilt: Je höher der Leistungspreis und je größer die reduzierbare Spitze, desto schneller amortisiert sich die Investition.

Folgende Faktoren sprechen für einen wirtschaftlichen Einsatz:

  • Der Leistungspreis im Netzentgelttarif liegt bei mehreren Dutzend Euro pro Kilowatt oder höher
  • Es gibt steuerbare Verbraucher im Betrieb, die zeitlich flexibel betrieben werden können, etwa Pumpen, Lüftungsanlagen, Heizungen oder Ladeinfrastruktur
  • Die Lastspitzen entstehen durch Gleichzeitigkeitseffekte, also durch das zufällige oder ungeplante gleichzeitige Anlaufen mehrerer Anlagen
  • Das Unternehmen hat einen Jahresleistungsbezug von mindestens 300 kW, wobei sich das System auch für deutlich größere Anlagen mit mehreren hundert Megawatt eignet
  • Es besteht Interesse an einer Integration in ein übergeordnetes Energiemanagementsystem, etwa im Rahmen einer ISO-50001-Zertifizierung

Eine professionelle Lastganganalyse auf Basis historischer Verbrauchsdaten gibt in der Regel schnell Aufschluss darüber, welches Einsparpotenzial realistisch erreichbar ist. Ergänzend können Tarif- und Netzentgeltanalysen helfen, die tatsächliche Kostenstruktur vollständig zu verstehen, bevor eine Investitionsentscheidung getroffen wird.

Welche gesetzlichen Anforderungen sind beim Lastmanagement relevant?

Beim Einsatz von Lastmanagement sind mehrere gesetzliche Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Im Vordergrund steht das Energieeffizienzgesetz (EnEfG), das Unternehmen ab bestimmten Verbrauchsschwellen zur systematischen Erfassung und Verbesserung ihrer Energieeffizienz verpflichtet. Lastmanagement kann dabei ein zentrales Instrument zur Nachweisführung sein.

Darüber hinaus spielt das Thema Netzentgeltregulierung eine Rolle. Netzbetreiber sind verpflichtet, ihre Entgelte nach transparenten Kriterien zu gestalten, was Unternehmen die Grundlage gibt, ihre eigene Leistungsspitze gezielt zu optimieren. Änderungen in der Netzentgeltstruktur, etwa durch regulatorische Eingriffe des Bundesgesetzgebers oder der Bundesnetzagentur, können die Wirtschaftlichkeit von Lastmanagement direkt beeinflussen.

Für Unternehmen, die eine Zertifizierung nach ISO 50001 anstreben oder bereits umsetzen, bietet Lastmanagement eine direkte Unterstützung: Die systematische Überwachung und Steuerung des Leistungsbezugs liefert messbare Kennzahlen und dokumentierte Maßnahmen zur Energieleistungsverbesserung, die im Rahmen des Energiemanagementsystems genutzt werden können. Ob ein konkretes System automatisch die Anforderungen der Norm erfüllt, hängt jedoch von der individuellen Systemkonfiguration und Dokumentation ab und ist im Einzelfall zu prüfen.

Auch das Thema Eichrecht ist relevant, wenn Messwerte für Abrechnungszwecke genutzt werden sollen. Für die interne Steuerung und Optimierung des Leistungsbezugs gelten andere Anforderungen als für abrechnungsrelevante Messungen, weshalb die Systemauslegung im Vorfeld klar definiert werden sollte.

Wie lässt sich Lastmanagement in bestehende Systeme integrieren?

Modernes Lastmanagement lässt sich über standardisierte industrielle Kommunikationsprotokolle flexibel in bestehende Anlagen- und Energieinfrastrukturen integrieren. Unterstützt werden unter anderem OPC UA, Modbus, IEC 104 sowie die Anbindung an industrielle Steuerungen und übergeordnete Energiemanagementsysteme. Die Integration erfordert in der Regel keine tiefgreifenden Eingriffe in bestehende Produktionsprozesse.

Typischerweise werden die Systemkomponenten in einem Steuerschrank verbaut, der beim Kunden montiert wird. Dieser enthält den zentralen Lastmanager sowie die notwendigen Ein- und Ausgangsmodule, alles fertig verdrahtet, dokumentiert und geprüft. Sowohl zentrale als auch dezentrale Systemarchitekturen sind möglich, je nach Anforderung des Betriebs.

Ein wichtiger Aspekt bei der Integration ist die Kombinierbarkeit mit Energiemonitoring-Lösungen. Lastmanagement und Energiemonitoring können über eine einheitliche Bedienoberfläche zusammengeführt werden. Manche Unternehmen starten mit dem Energiemonitoring und ergänzen später das Lastmanagement, andere beginnen mit der Leistungsoptimierung und bauen darauf ein komplexeres Energiemanagement auf, etwa im Kontext einer ISO-50001-Zertifizierung. Beide Wege sind praxiserprobt und führen zu einer durchgängigen Plattform für Energie-, Last- und Lademanagement.

Ein oft unterschätzter Punkt: Lastmanagement ist kein System, das einmalig eingerichtet wird und dann unbeobachtet im Hintergrund läuft. Betriebliche Veränderungen, neue Anlagen, geänderte Produktionspläne oder neue Verbraucher können dazu führen, dass Sollwerte und Steuerstrategien angepasst werden müssen. Wer ein Lastmanagementsystem einführt, sollte daher auch die laufende Begleitung und regelmäßige Überprüfung einplanen.

So unterstützt Berg beim Lastspitzenmanagement

Die Berg GmbH bietet mit Optimo ein bewährtes, skalierbares Lastmanagementsystem, das Unternehmen dabei hilft, Leistungsspitzen automatisiert zu begrenzen und Netzentgelte dauerhaft zu senken. Mit über 40 Jahren Erfahrung im industriellen Energiemanagement und Optimo-Installationen, die zusammen knapp vier Prozent der deutschen Strommittellast regeln, bringt Berg das nötige technische und wirtschaftliche Know-how mit.

Die Leistungen im Überblick:

  • Lastganganalyse und ROI-Berechnung: Professionelle Auswertung historischer Verbrauchsdaten zur Identifikation konkreter Einsparpotenziale
  • Tarif- und Netzentgeltanalyse: Vollständige Analyse der bestehenden Kostenstruktur als Grundlage für die Systemauslegung
  • Technische Systemauslegung: Maßgeschneiderte Konfiguration für Betriebe von 300 kW bis über 200 MW
  • Einrichtung und Inbetriebnahme: Montage, Verdrahtung, Parametrierung und Dokumentation durch Fachpersonal
  • Integration mit Efficio®: Kombinierbare Plattform für Energiemonitoring und Lastmanagement über eine einheitliche Oberfläche
  • Laufender Support: Technischer Support, Schulungen, Software-Updates und Wartungsservices

Ob Neueinsteiger oder Unternehmen, das sein bestehendes Energiemanagementsystem erweitern möchte: Berg begleitet den gesamten Prozess von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb. Jetzt Kontakt aufnehmen und gemeinsam das Einsparpotenzial durch intelligentes Lastmanagement ermitteln.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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