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Wie berechnet man die benötigte Netzanschlussleistung für einen Ladepark?

Berg GmbH ·
Ingenieur analysiert Lastberechnungsdiagramme am Schreibtisch, im Hintergrund Elektrofahrzeug-Ladestationen durch Panoramafenster sichtbar.

Die benötigte Netzanschlussleistung für einen Ladepark ergibt sich aus der Summe der installierten Ladepunktleistungen, korrigiert durch den sogenannten Gleichzeitigkeitsfaktor. Dieser Faktor berücksichtigt, dass in der Praxis nie alle Ladepunkte gleichzeitig mit voller Leistung genutzt werden. Für eine belastbare Planung müssen außerdem Standortbedingungen, Nutzungsprofile und mögliche Lastmanagementmaßnahmen einbezogen werden. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Berechnung der Netzanschlussleistung eines Ladeparks Schritt für Schritt.

Welche Faktoren beeinflussen den Leistungsbedarf eines Ladeparks?

Der Leistungsbedarf eines Ladeparks hängt in erster Linie von der Anzahl der Ladepunkte, der Ladeleistung je Ladepunkt sowie dem erwarteten Nutzungsverhalten der Fahrzeuge ab. Hinzu kommen standortspezifische Gegebenheiten wie vorhandene Netzkapazitäten und die Nutzungszeiten des Standorts. Diese Faktoren bestimmen gemeinsam, wie viel Anschlussleistung tatsächlich benötigt wird.

Im Einzelnen spielen folgende Aspekte eine entscheidende Rolle:

  • Anzahl der Ladepunkte: Je mehr Ladepunkte geplant sind, desto höher ist die theoretisch maximal mögliche Gleichzeitigkeitslast.
  • Ladeleistung pro Ladepunkt: AC-Ladepunkte liegen typischerweise zwischen 11 und 22 kW, DC-Schnelllader können 50 kW bis mehrere hundert Kilowatt erreichen.
  • Nutzungsprofil: Wie viele Fahrzeuge laden gleichzeitig? Wie lange dauert ein Ladevorgang? Gibt es Stoßzeiten, etwa morgens bei Dienstbeginn?
  • Vorhandene Bestandslast: Wenn der Ladepark an ein bestehendes Betriebsgelände angebunden wird, muss der bereits bestehende Strombedarf des Unternehmens berücksichtigt werden.
  • Fahrzeugmix: Unterschiedliche Fahrzeugtypen (PKW, Transporter, LKW) haben sehr unterschiedliche Ladeleistungsanforderungen.

Wer diese Faktoren systematisch erfasst, schafft die Grundlage für eine realistische Berechnung der Anschlussleistung für Elektrofahrzeuge und vermeidet sowohl überdimensionierte als auch zu knappe Netzanschlüsse.

Was ist der Gleichzeitigkeitsfaktor und wie wirkt er sich auf die Berechnung aus?

Der Gleichzeitigkeitsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlich gleichzeitig abgerufenen Leistung und der theoretisch maximal möglichen Gesamtleistung aller Ladepunkte. Er liegt in der Praxis fast immer deutlich unter 1, weil nie alle Fahrzeuge exakt zur selben Zeit mit voller Leistung laden. Ein Wert von 0,5 bedeutet beispielsweise, dass im Durchschnitt nur die Hälfte der installierten Leistung gleichzeitig abgerufen wird.

Der Gleichzeitigkeitsfaktor wird durch mehrere Einflussgrößen bestimmt:

  • Nutzungsverhalten: An einem Firmenparkplatz mit geregelten Arbeitszeiten ist die Gleichzeitigkeit höher als an einem öffentlichen Ladepark mit breitem Nutzungszeitfenster.
  • Anzahl der Ladepunkte: Mit steigender Anzahl sinkt der Gleichzeitigkeitsfaktor statistisch, weil die Wahrscheinlichkeit einer vollständigen Auslastung aller Punkte abnimmt.
  • Ladezeit je Fahrzeug: Kurze Ladezeiten (z. B. bei Schnellladern) erhöhen die Fluktuation und senken die Gleichzeitigkeit.

Typische Gleichzeitigkeitsfaktoren liegen für Unternehmensladeparks zwischen 0,4 und 0,7. Für die Netzanschlussplanung sollte dieser Wert konservativ gewählt werden, um Engpässe zu vermeiden, ohne den Anschluss unnötig zu überdimensionieren.

Wie berechnet man die Netzanschlussleistung Schritt für Schritt?

Die Berechnung der Netzanschlussleistung für einen Ladepark folgt einem klaren Schema: Gesamtleistung aller Ladepunkte multipliziert mit dem Gleichzeitigkeitsfaktor ergibt die benötigte Mindestanschlussleistung. Bei einem bestehenden Betriebsgelände wird zusätzlich die Bestandslast addiert. Das Ergebnis ist die Grundlage für die Anfrage beim Netzbetreiber.

Konkret läuft die Berechnung in folgenden Schritten ab:

  1. Installierte Gesamtleistung ermitteln: Anzahl der Ladepunkte multipliziert mit der jeweiligen Ladeleistung. Beispiel: 20 Ladepunkte à 22 kW = 440 kW installierte Leistung.
  2. Gleichzeitigkeitsfaktor festlegen: Auf Basis des erwarteten Nutzungsprofils einen realistischen Faktor bestimmen, z. B. 0,5.
  3. Gleichzeitige Ladeleistung berechnen: 440 kW × 0,5 = 220 kW gleichzeitige Ladeleistung.
  4. Bestandslast addieren: Falls der Ladepark in ein bestehendes Netz integriert wird, kommt die bestehende Spitzenlast des Betriebs hinzu, z. B. 80 kW. Gesamtbedarf: 300 kW.
  5. Reservepuffer einplanen: Für zukünftige Erweiterungen empfiehlt sich ein Aufschlag von 10 bis 20 Prozent auf die berechnete Anschlussleistung.
  6. Netzbetreiber kontaktieren: Mit dem ermittelten Wert wird die Verfügbarkeit der Netzkapazität beim zuständigen Netzbetreiber geprüft.

Diese Berechnung liefert eine belastbare Planungsgrundlage für die Ladeparkplanung und die anschließende Abstimmung mit dem Netzbetreiber. Wer ein intelligentes Lademanagement für Elektrofahrzeuge einsetzt, kann die benötigte Anschlussleistung oft deutlich reduzieren.

Wann lohnt sich dynamisches Lastmanagement statt einer höheren Anschlussleistung?

Dynamisches Lastmanagement lohnt sich immer dann, wenn die Kosten für eine höhere Netzanschlussleistung die Investition in eine Steuerungslösung übersteigen oder wenn der Netzbetreiber keine ausreichende Kapazität bereitstellen kann. Durch intelligente Steuerung der Ladeströme lässt sich die vorhandene Netzkapazität effizienter nutzen, ohne den Anschluss zu erweitern.

Konkrete Situationen, in denen Lastmanagement der wirtschaftlich sinnvollere Weg ist:

  • Begrenzter Netzausbau: In Gebieten mit schwacher Netzinfrastruktur ist eine Erhöhung der Anschlussleistung oft mit langen Wartezeiten und hohen Erschließungskosten verbunden.
  • Hohe Leistungspreise: Netzentgelte werden teilweise nach der gemessenen Leistungsspitze berechnet. Lastmanagement reduziert diese Spitzen und damit die Netzentgeltkosten dauerhaft.
  • Wachsende Flotte: Wer heute mit 10 Ladepunkten startet und in drei Jahren 30 betreiben möchte, profitiert von einer skalierbaren Steuerungslösung statt mehrfacher Anschlussanpassungen.
  • Integration erneuerbarer Energien: Dynamisches Lastmanagement für Ladeinfrastruktur ermöglicht es, Ladezeiten an die Verfügbarkeit von Photovoltaikstrom oder günstige Netztarife anzupassen.

Grundsätzlich gilt: Je mehr Ladepunkte geplant sind und je variabler das Nutzungsverhalten, desto größer ist das Einsparpotenzial durch dynamisches Lastmanagement im Vergleich zur reinen Erhöhung der Netzkapazität der Ladestation.

Welche Rolle spielt der Netzbetreiber bei der Planung des Netzanschlusses?

Der Netzbetreiber ist eine zentrale Instanz bei der Planung eines Ladeparks, weil er die technische Machbarkeit des Netzanschlusses prüft, die verfügbare Netzkapazität bestätigt und die Bedingungen für den Anschluss festlegt. Ohne seine Zustimmung und Mitwirkung kann kein Ladepark in Betrieb gehen. Die frühzeitige Einbindung des Netzbetreibers spart Zeit und vermeidet kostspielige Planungsänderungen.

Im Planungsprozess übernimmt der Netzbetreiber folgende Aufgaben:

  • Kapazitätsprüfung: Er prüft, ob das vorhandene Netz die beantragte Anschlussleistung aufnehmen kann oder ob Netzausbaumaßnahmen erforderlich sind.
  • Kostenkalkulation: Netzausbaukosten werden häufig anteilig auf den Antragsteller umgelegt. Der Netzbetreiber erstellt dazu ein Angebot.
  • Technische Anforderungen: Er gibt vor, welche Mess-, Schutz- und Kommunikationstechnik am Netzanschlusspunkt installiert werden muss.
  • Steuerbarkeit nach EnWG: Seit der Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes können Netzbetreiber bei Netzüberlastung steuernd in Ladeeinrichtungen eingreifen. Planende müssen diese Anforderungen technisch berücksichtigen.

Empfehlenswert ist es, dem Netzbetreiber frühzeitig eine detaillierte Leistungsanfrage mit den berechneten Werten vorzulegen, idealerweise zusammen mit einem Lastmanagementkonzept. Das zeigt, dass die Spitzenlast aktiv begrenzt wird, und erleichtert die Genehmigung erheblich.

Wie Berg GmbH bei der Planung Ihres Ladeparks unterstützt

Die Berg GmbH begleitet Unternehmen von der ersten Bedarfsermittlung bis zum laufenden Betrieb eines Ladeparks. Mit Berg.Charge steht eine intelligente Lademanagementlösung zur Verfügung, die speziell darauf ausgelegt ist, die benötigte Netzanschlussleistung zu minimieren und gleichzeitig eine zuverlässige Versorgung aller Ladepunkte sicherzustellen. Konkret bietet Berg:

  • Analyse des standortspezifischen Nutzungsprofils und Ermittlung eines realistischen Gleichzeitigkeitsfaktors
  • Berechnung der optimalen Netzanschlussleistung unter Berücksichtigung vorhandener Bestandslasten
  • Dynamisches Lastmanagement, das Ladeströme in Echtzeit steuert und Leistungsspitzen zuverlässig begrenzt
  • Integration in bestehende Energiemanagementsysteme wie Efficio® für vollständige Transparenz über alle Energieverbräuche am Standort
  • Unterstützung bei der technischen Abstimmung mit dem Netzbetreiber

Ob Firmenparkplatz, Logistikzentrum oder öffentlicher Ladepark: Berg entwickelt skalierbare Lösungen, die heute passen und morgen mitwachsen. Erfahren Sie mehr über die Ladelösung Berg.Charge oder nehmen Sie direkt Kontakt mit uns auf, um Ihr Projekt gemeinsam zu planen.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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