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Wie berechnet man den ROI eines Lastmanagementsystems?

Berg GmbH ·
Draufsicht auf weißen Schreibtisch mit Laptop, Energieverbrauchsgrafiken, Taschenrechner und Balkendiagramm mit steigenden Werten, grüne Pflanzenzweige als Akzent.

Den ROI eines Lastmanagementsystems berechnet man, indem man die jährlichen Einsparungen bei Netzentgelten und Leistungspreisen den Gesamtkosten für Anschaffung, Installation und Betrieb gegenüberstellt. Der entscheidende Hebel liegt dabei in der Reduzierung der gemessenen Jahreshöchstlast, da Netznutzungsentgelte maßgeblich an dieser einen Spitze hängen. Die folgenden Abschnitte erklären jeden Berechnungsschritt und zeigen, wann sich eine solche Investition wirklich rechnet.

Welche Kostenfaktoren fließen in die ROI-Berechnung ein?

In die ROI-Berechnung eines Lastmanagementsystems fließen auf der Kostenseite Investitionskosten für Hardware und Software, Installationsaufwand, laufende Lizenz- und Wartungsgebühren sowie interner Personalaufwand für Betrieb und Pflege des Systems ein. Auf der Nutzenseite stehen vor allem reduzierte Netzentgelte, niedrigere Leistungspreise und gegebenenfalls eingesparte Energiemengen.

Im Detail lassen sich die relevanten Kostenpositionen wie folgt gliedern:

  • Einmalige Investitionskosten: Systemhardware (Lastmanager, Fernwirkmodule, I/O-Module), Schaltschrankbau, Verdrahtung und Inbetriebnahme durch Fachpersonal
  • Laufende Betriebskosten: Softwarelizenzen, Service-Vereinbarungen, regelmäßige Software-Updates und Wartungsleistungen
  • Interner Aufwand: Zeit für Parametrierung, Anpassungen bei Prozessänderungen und die laufende Begleitung des Systems
  • Opportunitätskosten: Mögliche Einschränkungen in der Produktion, falls Lasten temporär reduziert oder gesperrt werden

Wichtig ist, dass der interne Begleitungsaufwand nicht unterschätzt wird. Ein Lastmanagementsystem ist kein System, das unbeobachtet über Monate seinen Dienst tut. Wenn sich Prozesse ändern, müssen Parameter überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Dieser Aufwand ist überschaubar, sollte aber in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung realistisch eingeplant sein.

Wie werden Einsparungen durch Leistungsspitzenreduzierung berechnet?

Die Einsparung durch Leistungsspitzenreduzierung ergibt sich aus der Formel: Reduzierte Leistungsspitze (kW) multipliziert mit dem Leistungspreis (Euro/kW/Jahr). Je höher der Leistungspreis im Netzentgelt und je größer die Spitzenreduzierung, desto größer der finanzielle Effekt.

Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Bei einem Leistungspreis von 140 Euro pro kW und einer Jahreshöchstlast, die von 1.400 kW auf 1.000 kW gesenkt wird, ergibt sich eine Differenz von 400 kW. Multipliziert mit dem Leistungspreis bedeutet das eine jährliche Einsparung von 56.000 Euro allein durch die Spitzenreduzierung. Dieser Betrag fällt Jahr für Jahr an, solange das System die Spitze zuverlässig begrenzt.

Entscheidend für die Genauigkeit dieser Berechnung ist die Qualität der Messdaten. Ein automatisiertes Lastmanagementsystem arbeitet deutlich präziser, wenn Verbraucher über Impulse realer Zähler gemessen werden, statt mit theoretischen Anschlusswerten zu arbeiten. Nur dann kann das System innerhalb des 15-Minuten-Intervalls zuverlässig prognostizieren, wohin der Leistungsbezug am Ende der Messperiode läuft, und rechtzeitig eingreifen.

Die Trendprognose funktioniert dabei wie folgt: Das System errechnet zu jedem Zeitpunkt innerhalb der Viertelstunde eine sogenannte Korrekturleistung, also die Differenz zwischen dem aktuellen Leistungsverlauf und dem definierten Sollwert. Droht die Spitze überschritten zu werden, werden Verbraucher gezielt gesperrt oder in ihrer Leistungsaufnahme reduziert, bevor der kritische Grenzwert erreicht wird.

Welche Amortisationszeit ist für ein Lastmanagementsystem realistisch?

Für ein professionelles Lastmanagementsystem liegt die Amortisationszeit in der Regel zwischen einem und vier Jahren, abhängig von der Höhe des Leistungspreises, der erzielbaren Spitzenreduzierung und dem Umfang der Investitionskosten. Unternehmen mit hohem Leistungsbezug und ungünstigen Lastprofilen erreichen die Amortisation häufig schneller.

Die Bandbreite erklärt sich durch die stark unterschiedlichen Ausgangssituationen in der Praxis. Ein mittelgroßes Industrieunternehmen mit einer Jahreshöchstlast im Bereich von einigen hundert Kilowatt und einem moderaten Leistungspreis erzielt andere Einsparungen als ein Großverbraucher mit mehreren Megawatt Spitzenbezug. Systeme wie Optimo werden für Kunden mit einem Leistungsbezug ab etwa 300 kW bis hin zu mehreren hundert Megawatt eingesetzt, was die Spannbreite der wirtschaftlichen Ergebnisse erklärt.

Für eine fundierte Amortisationsabschätzung empfiehlt sich eine professionelle Lastganganalyse vor der Investitionsentscheidung. Dabei wird der historische Lastgang ausgewertet, um zu ermitteln, wie viel Leistungsspitze realistisch gekappt werden kann, ohne den Produktionsprozess zu beeinträchtigen. Auf Basis dieser Analyse lässt sich die Amortisationszeit belastbar berechnen.

Wie beeinflussen Netzentgeltstrukturen den ROI?

Netzentgeltstrukturen beeinflussen den ROI eines Lastmanagementsystems erheblich, weil die Höhe des Leistungspreises je nach Netzgebiet, Spannungsebene und Netznutzungsvertrag stark variiert. Unternehmen mit einem hohen Leistungspreisanteil an ihren Gesamtstromkosten profitieren überproportional von einer Spitzenreduzierung.

Die Netzentgelte setzen sich typischerweise aus einem Arbeitspreis (Euro/kWh) und einem Leistungspreis (Euro/kW/Jahr) zusammen. Der Leistungspreis orientiert sich dabei an der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung des gesamten Jahres. Das bedeutet: Selbst eine einzige Lastspitze, die an einem einzigen Tag im Jahr auftritt, bestimmt die Netzentgelthöhe für die gesamten folgenden zwölf Monate. Dieser Mechanismus macht die Spitzenreduzierung so wirtschaftlich attraktiv.

Darüber hinaus gibt es je nach Netzgebiet und Abnahmesituation unterschiedliche Tarifstrukturen, etwa Hochlast- und Niedriglastzeitfenster oder saisonale Differenzierungen. Eine detaillierte Tarif- und Netzentgeltanalyse ist deshalb ein wichtiger Schritt vor der ROI-Berechnung, da sie die tatsächliche Einsparbasis erst sichtbar macht. Wer seinen Netzentgeltvertrag nicht genau kennt, unterschätzt möglicherweise das Einsparpotenzial erheblich.

Welche weiteren Einsparquellen verbessern die Wirtschaftlichkeit?

Neben der direkten Reduzierung von Leistungsspitzen und Netzentgelten verbessern mehrere weitere Faktoren die Gesamtwirtschaftlichkeit eines Lastmanagementsystems: die Integration von Eigenerzeugungsanlagen, die Optimierung des Ladeprozesses von Elektrofahrzeugen sowie Synergien mit einem übergeordneten Energiemanagementsystem.

Integration von Eigenerzeugung und Speichern

Unternehmen, die Photovoltaikanlagen, Blockheizkraftwerke oder Batteriespeicher betreiben, können durch ein intelligentes Lastmanagementsystem die Eigenerzeugung gezielt zur Spitzenglättung einsetzen. Statt Strom ins Netz einzuspeisen, wird er genutzt, um Bezugsspitzen zu kappen. Das reduziert nicht nur die Netzentgelte, sondern maximiert auch den Eigenverbrauch und damit den wirtschaftlichen Nutzen der Erzeugungsanlage.

Synergien mit Energiemonitoring und ISO 50001

Die Kombination eines Lastmanagementsystems mit einer Energiemanagementsoftware schafft zusätzliche Einsparpotenziale. Durch die gemeinsame Nutzung auf einer einheitlichen Oberfläche lassen sich Lastgangdaten direkt mit Verbrauchsanalysen verknüpfen. Unternehmen, die eine Zertifizierung nach ISO 50001 anstreben oder bereits umsetzen, können die erhobenen Daten direkt für Energieleistungskennzahlen und Einsparnachweise verwenden. Das spart Aufwand bei Audits und unterstützt die Nachweisführung gegenüber Behörden und Zertifizierungsstellen.

Auch das Thema intelligentes Lademanagement gewinnt an Bedeutung: Unternehmen, die eine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge betreiben, können durch ein integriertes Lastmanagement sicherstellen, dass Ladevorgänge keine zusätzlichen Leistungsspitzen erzeugen, was andernfalls die Netzentgeltrechnung erheblich verschlechtern würde.

Wann lohnt sich ein Lastmanagementsystem nicht?

Ein Lastmanagementsystem lohnt sich nicht, wenn der Leistungspreis im Netzentgelt sehr niedrig ist, das Lastprofil bereits sehr gleichmäßig verläuft oder die erreichbare Spitzenreduzierung so gering ist, dass die jährlichen Einsparungen die Investitions- und Betriebskosten nicht decken. In solchen Fällen übersteigt der Aufwand den Nutzen.

Konkret sollte man eine Investition kritisch hinterfragen, wenn folgende Bedingungen zutreffen:

  • Der Leistungspreis liegt sehr niedrig und macht nur einen kleinen Anteil der Gesamtstromkosten aus
  • Das Unternehmen hat bereits ein sehr flaches Lastprofil ohne ausgeprägte Spitzen
  • Die Produktionsprozesse sind so zeitkritisch, dass keinerlei Lastverschiebung oder Sperrung einzelner Verbraucher möglich ist
  • Der Gesamtstromverbrauch und die Anschlussleistung sind sehr gering, sodass die absoluten Einsparungen in Euro zu klein ausfallen

Wichtig ist auch die Frage der Begleitung: Ein Lastmanagementsystem erfordert aktive Pflege. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, das System regelmäßig zu beobachten und bei veränderten Betriebsbedingungen anzupassen, riskiert, dass das System suboptimal arbeitet und die erwarteten Einsparungen ausbleiben. Die Wirtschaftlichkeit hängt also nicht nur von der Technik ab, sondern auch von der organisatorischen Bereitschaft, das System konsequent zu betreiben.

Wie die Berg GmbH bei der ROI-Berechnung und Einführung eines Lastmanagementsystems unterstützt

Die Berg GmbH begleitet Unternehmen von der ersten Potenzialanalyse bis zum laufenden Betrieb eines Lastmanagementsystems. Mit dem Lastmanagementsystem Optimo bietet Berg eine skalierbare Lösung, die sowohl für mittelständische Unternehmen ab 300 kW als auch für industrielle Großverbraucher mit mehreren hundert Megawatt geeignet ist. Die Unterstützung umfasst konkret:

  • Professionelle Lastganganalyse: Auswertung historischer Verbrauchsdaten zur Ermittlung des realen Einsparpotenzials
  • Individuelle ROI-Berechnung: Gegenüberstellung von Investitionskosten und erzielbaren Einsparungen auf Basis Ihrer Netzentgeltstruktur
  • Tarif- und Netzentgeltanalyse: Identifikation der relevanten Kostenbestandteile in Ihrem Stromvertrag
  • Technische Systemauslegung und Inbetriebnahme: Planung, Schaltschrankbau, Verdrahtung und Inbetriebnahme durch erfahrene Fachleute
  • Laufender Support und Updates: Regelmäßige Software-Updates, Wartungsservices und direkter technischer Support
  • Optionale Kombination mit Efficio: Nahtlose Integration von Lastmanagement und Energiemonitoring auf einer einheitlichen Oberfläche

Wenn Sie wissen möchten, ob und wie schnell sich ein Lastmanagementsystem in Ihrem Unternehmen amortisiert, sprechen Sie direkt mit den Experten der Berg GmbH. Kontaktieren Sie uns für eine unverbindliche Erstberatung und eine individuelle Wirtschaftlichkeitsanalyse für Ihre Situation.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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