Lademanagement für Elektroautos ist im Gewerbebetrieb unverzichtbar, weil unkontrolliertes Laden mehrerer Fahrzeuge gleichzeitig die Netzinfrastruktur überlasten, Leistungsspitzen erzeugen und erhebliche Mehrkosten verursachen kann. Ohne ein intelligentes Steuerungssystem riskieren Unternehmen sowohl technische Ausfälle als auch unnötig hohe Netzentgelte. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Ladeinfrastruktur und Lademanagement im Gewerbe.
Welche Risiken entstehen ohne Lademanagement im Gewerbebetrieb?
Ohne Lademanagement entstehen im Gewerbebetrieb vor allem drei kritische Risiken: Netzüberlastung durch gleichzeitiges Laden mehrerer Fahrzeuge, unkontrollierte Leistungsspitzen mit entsprechend hohen Netzentgelten sowie fehlende Transparenz über den tatsächlichen Energieverbrauch der Ladeinfrastruktur.
Wenn Mitarbeitende oder Flottenfahrzeuge ihre Elektroautos ohne Steuerung gleichzeitig laden, kann die gesamte elektrische Last eines Betriebsgeländes kurzfristig stark ansteigen. Dieser Lastanstieg übersteigt häufig die vertraglich vereinbarte Netzanschlussleistung. Die Folge: Sicherungen lösen aus, Produktionsprozesse werden unterbrochen, und im schlimmsten Fall sind kostspielige Netzerweiterungen notwendig.
Hinzu kommt die Frage der Kostentransparenz. Ohne eine intelligente Erfassung lässt sich nicht nachvollziehen, welches Fahrzeug wie viel Energie verbraucht hat. Das macht eine verursachergerechte Abrechnung unmöglich und verhindert eine fundierte Analyse des Energieverbrauchs der Ladeinfrastruktur.
Wie funktioniert intelligentes Lademanagement technisch?
Intelligentes Lademanagement für Elektroautos funktioniert, indem eine zentrale Steuerungssoftware die verfügbare elektrische Leistung in Echtzeit überwacht und die Ladeströme an den einzelnen Ladepunkten dynamisch verteilt. Dabei werden aktuelle Netzlast, Ladepriorität und verfügbare Kapazität kontinuierlich abgeglichen.
Das System kommuniziert über standardisierte Protokolle wie OCPP mit den Ladestationen und kann die Ladeleistung einzelner Fahrzeuge gezielt drosseln oder erhöhen. Übersteigt die Gesamtlast einen definierten Schwellenwert, reduziert das System automatisch die Ladeleistung der weniger priorisierten Fahrzeuge. Sobald Kapazität frei wird, erhöht es die Leistung wieder.
Moderne Systeme integrieren sich zudem in das übergeordnete Energiemanagementsystem des Unternehmens. So lässt sich das Laden von Elektrofahrzeugen mit anderen Großverbrauchern im Betrieb koordinieren. Das intelligente Lademanagement berücksichtigt dabei auch Photovoltaik-Einspeisung oder andere lokale Energiequellen, um günstigen Eigenstrom bevorzugt zu nutzen.
Was sind die gesetzlichen Anforderungen an Ladeinfrastruktur im Gewerbe?
Für gewerbliche Ladeinfrastruktur gelten in Deutschland mehrere rechtliche Rahmenbedingungen. Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) verpflichtet Unternehmen unter bestimmten Bedingungen beim Neubau oder der umfassenden Renovierung von Nichtwohngebäuden zur Installation von Leitungsinfrastruktur und Ladepunkten. Ergänzend greifen Anforderungen aus der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) zum Schutz des Verteilnetzes.
Für die Abrechnung von Ladestrom gegenüber Dritten, etwa Mitarbeitenden oder Kunden, gelten eichrechtliche Vorschriften. Ladepunkte müssen in diesem Fall mit geeichten Messeinrichtungen ausgestattet sein, um eine rechtskonforme Abrechnung zu ermöglichen. Welche Anforderungen im konkreten Einzelfall gelten, hängt vom jeweiligen Nutzungsszenario ab und sollte mit einem Fachbetrieb oder rechtlichen Berater geprüft werden.
Darüber hinaus schreibt das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) für viele Unternehmen Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz vor. Ein durchdachtes Lademanagement kann dabei ein wichtiger Baustein sein, um Verbrauchstransparenz herzustellen und Effizienzpotenziale nachzuweisen.
Wie viel Geld können Unternehmen durch Lademanagement sparen?
Durch intelligentes Lademanagement können Unternehmen vor allem bei den Netzentgelten sparen, da Leistungsspitzen gezielt gekappt werden. Die tatsächliche Ersparnis hängt von der Anzahl der Ladepunkte, der bestehenden Netzanschlussleistung und dem individuellen Nutzungsverhalten ab.
Ein wesentlicher Kostenfaktor im gewerblichen Stromtarif ist der leistungsabhängige Anteil der Netzentgelte. Dieser richtet sich nach der höchsten gemessenen Leistungsspitze im Abrechnungszeitraum. Jedes Kilowatt, das durch gezieltes Lastmanagement beim Laden eingespart wird, senkt direkt diesen Kostenpunkt. Je mehr Fahrzeuge gleichzeitig geladen werden könnten, desto größer ist das Einsparpotenzial durch eine intelligente Steuerung.
Ein weiterer wirtschaftlicher Vorteil: Unternehmen können durch Lademanagement eine teure Erweiterung des Netzanschlusses vermeiden oder zumindest hinauszögern. Statt die Anschlussleistung zu erhöhen, wird die vorhandene Kapazität effizienter genutzt. Förderprogramme von Bund und Ländern können die Investitionskosten zusätzlich reduzieren. Aktuelle Förderbedingungen und Antragsfristen sollten direkt bei den zuständigen Förderstellen wie der BAFA erfragt werden, da sich diese regelmäßig ändern.
Wann lohnt sich die Einführung von Lademanagement für ein Unternehmen?
Lademanagement lohnt sich für ein Unternehmen ab dem Zeitpunkt, an dem mehr als zwei bis drei Ladepunkte gleichzeitig betrieben werden oder wenn die Ladeinfrastruktur an einen bereits ausgelasteten Netzanschluss angebunden werden soll. Je mehr Fahrzeuge und Nutzer involviert sind, desto größer der Nutzen.
Konkret empfiehlt sich die Einführung in folgenden Situationen:
- Das Unternehmen betreibt oder plant eine Flotte von Elektrofahrzeugen mit mehreren Ladepunkten.
- Mitarbeitende sollen die Möglichkeit erhalten, Privatfahrzeuge auf dem Betriebsgelände zu laden, und die Kosten sollen verursachergerecht abgerechnet werden.
- Der bestehende Netzanschluss lässt keine unkontrollierte Erweiterung der Lastkapazität zu.
- Das Unternehmen möchte Ladestrom aus einer eigenen Photovoltaikanlage bevorzugt nutzen.
- Es bestehen Anforderungen aus Nachhaltigkeitsstrategie oder Berichtspflichten, die eine Verbrauchserfassung erfordern.
Auch für kleinere Betriebe kann der frühe Einstieg sinnvoll sein, wenn eine spätere Erweiterung der Ladeinfrastruktur geplant ist. Ein skalierbares System wächst mit den Anforderungen mit und vermeidet spätere Umrüstungskosten.
Wie lässt sich Lademanagement in bestehende Betriebsstrukturen integrieren?
Lademanagement lässt sich in bestehende Betriebsstrukturen integrieren, indem es über standardisierte Schnittstellen mit vorhandenen Energiemanagementsystemen, Gebäudeleittechnik oder ERP-Systemen verbunden wird. Eine vollständige Neuinstallation der elektrischen Infrastruktur ist in der Regel nicht erforderlich.
Der Integrationsprozess beginnt typischerweise mit einer Bestandsaufnahme der vorhandenen Netzanschlusskapazität und der geplanten Anzahl an Ladepunkten. Auf dieser Basis wird ein Steuerungskonzept entwickelt, das die Ladeinfrastruktur in das bestehende Lastmanagement des Betriebs einbettet. Systeme, die das Lastmanagement für Elektroautos mit dem allgemeinen Energiemanagement verbinden, ermöglichen eine ganzheitliche Sicht auf alle Verbrauchsstellen.
Moderne Lademanagementsysteme kommunizieren über offene Protokolle und lassen sich schrittweise ausbauen. Unternehmen, die bereits ein Energiemanagementsystem nutzen, können Lademanagement als Erweiterungsmodul einbinden, ohne bestehende Prozesse grundlegend verändern zu müssen. Die Anbindung an Cloud-Plattformen ermöglicht zudem eine zentrale Überwachung und Auswertung auch über mehrere Standorte hinweg.
Wie Berg GmbH beim Lademanagement im Gewerbe unterstützt
Berg GmbH bietet mit Berg.Charge eine intelligente Lademanagementlösung, die speziell für die Anforderungen von Industrie und Gewerbe entwickelt wurde. Die Lösung verbindet Ladeinfrastruktur mit dem übergeordneten Energiemanagement und sorgt dafür, dass Netzstabilität und Kosteneffizienz dauerhaft gewährleistet sind.
Berg unterstützt Unternehmen konkret mit:
- Dynamischem Lastmanagement: Automatische Steuerung der Ladeleistung in Echtzeit, abgestimmt auf den aktuellen Energieverbrauch im Betrieb.
- Integration in Efficio®: Nahtlose Einbindung in die Energiemanagement-Software für vollständige Verbrauchstransparenz über alle Energieträger hinweg.
- Skalierbare Infrastruktur: Lösungen, die mit der Anzahl der Ladepunkte und Fahrzeuge mitwachsen, ohne aufwendige Umrüstungen.
- Verursachergerechte Abrechnung: Erfassung und Auswertung des Ladestroms pro Fahrzeug oder Nutzer für transparente Kostenverteilung.
- Herstellerunabhängige Anbindung: Kompatibilität mit marktüblichen Ladestationen über offene Protokolle wie OCPP.
Ob Fuhrparkbetreiber, Gewerbeimmobilie oder produzierendes Unternehmen: Berg begleitet von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Sprechen Sie jetzt mit unseren Experten und erfahren Sie, welche Ladelösung zu Ihrem Betrieb passt.
Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.
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