Lademanagement spielt eine direkte und zunehmend unverzichtbare Rolle in der CSRD-Berichterstattung von Unternehmen. Es liefert die Verbrauchsdaten, die für die Berechnung von Treibhausgasemissionen aus dem Fuhrpark und der Ladeinfrastruktur benötigt werden, und schafft damit eine belastbare Grundlage für die gesetzlich geforderte Nachhaltigkeitsberichterstattung. Für alle Unternehmen, die unter die CSRD-Pflicht fallen und Elektrofahrzeuge betreiben oder ihren Mitarbeitenden Lademöglichkeiten bereitstellen, ist ein strukturiertes Lademanagement kein optionales Komfort-Feature, sondern ein Baustein des ESG-Reportings. Die folgenden Abschnitte beantworten die wichtigsten Fragen rund um Lademanagement, Emissionsdaten und CSRD-Konformität.
Welche Emissionsdaten aus dem Lademanagement sind CSRD-relevant?
CSRD-relevant sind vor allem die Strommengen, die über Unternehmensladepunkte fließen, sowie die daraus berechneten CO2-Äquivalente. Je nach Nutzungskontext fallen diese Emissionen unter Scope 1, Scope 2 oder Scope 3 der Treibhausgasbilanz. Entscheidend ist, wer die Ladeinfrastruktur betreibt und wessen Fahrzeuge dort geladen werden.
Konkret lassen sich drei Datenkategorien unterscheiden, die für die Nachhaltigkeitsberichterstattung relevant sind:
- Verbrauchsmengen pro Ladepunkt: Wie viel Kilowattstunden wurden wann und wo verbraucht? Diese Grunddaten sind Voraussetzung für jede Emissionsberechnung.
- Zuordnung zu Fahrzeugen oder Nutzern: Wer hat geladen? Handelt es sich um Dienstfahrzeuge, Mitarbeiterfahrzeuge oder Kundenfahrzeuge? Diese Unterscheidung bestimmt die Scope-Zuordnung.
- Herkunft des Stroms: Kommt der Ladestrom aus erneuerbaren Quellen oder aus dem allgemeinen Netz? Dies beeinflusst den CO2-Faktor und damit die Höhe der ausgewiesenen Emissionen.
Ohne ein systematisches Lademanagement lassen sich diese Datenpunkte nicht zuverlässig erfassen, was die Prüfbarkeit der Nachhaltigkeitsberichterstattung erheblich erschwert.
Wie hilft Lademanagement beim Aufbau einer prüfbaren Datenbasis?
Lademanagement hilft beim Aufbau einer prüfbaren Datenbasis, indem es Ladevorgänge automatisch erfasst, dokumentiert und granular auswertbar macht. Die Daten werden nicht manuell erhoben, sondern systemseitig erzeugt, was Fehlerquellen reduziert und die Anforderungen an die Prüfbarkeit im Sinne der CSRD-Berichterstattung erfüllt.
Die CSRD verlangt, dass Nachhaltigkeitsinformationen mit der gleichen Sorgfalt erhoben und geprüft werden wie Finanzdaten. Das bedeutet: Daten müssen nachvollziehbar, vollständig und belastbar sein. Ein professionelles Lademanagement-System stellt sicher, dass jeder Ladevorgang mit Zeitstempel, Energiemenge, Ladepunkt-ID und Nutzerzuordnung protokolliert wird. Diese strukturierten Daten können direkt in ESG-Reporting-Tools oder Energiemanagementsysteme übertragen werden.
Besonders wichtig ist die Revisionssicherheit der Daten. Prüfer und Wirtschaftsprüfer, die im Rahmen der CSRD-Prüfpflicht tätig werden, benötigen Daten, die nicht nachträglich verändert werden können und deren Herkunft eindeutig nachweisbar ist. Systeme, die OCPP-konform arbeiten und offene Schnittstellen bieten, erleichtern diese Integration erheblich.
Welche ESRS-Standards sind für Ladeinfrastruktur besonders relevant?
Für die Ladeinfrastruktur sind vor allem die ESRS-Standards aus dem Bereich Klimawandel relevant, insbesondere ESRS E1, der die Anforderungen an die Berichterstattung über Treibhausgasemissionen und den Übergang zur Klimaneutralität regelt. Daneben können je nach Unternehmenskontext auch ESRS E2 (Umweltverschmutzung) und ESRS S1 (eigene Belegschaft) eine Rolle spielen.
Unter ESRS E1 sind Unternehmen verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen nach Scope 1, 2 und 3 zu berichten. Ladeinfrastruktur berührt dabei mehrere Ebenen:
- ESRS E1 – Klimawandel: Emissionen aus dem Betrieb eigener Ladeinfrastruktur und dem Laden von Dienstfahrzeugen fließen in die Scope-1- und Scope-2-Bilanz ein. Das Laden von Mitarbeiter- oder Kundenfahrzeugen kann unter Scope 3 fallen.
- ESRS G1 – Unternehmensführung: Transparenz und Nachvollziehbarkeit von Datenprozessen, wie sie ein strukturiertes Lademanagement ermöglicht, unterstützen die Anforderungen an gute Unternehmensführung im Berichtswesen.
Unternehmen, die eine intelligente Ladelösung einsetzen, sind besser in der Lage, die für ESRS E1 geforderten Datenpunkte systematisch zu erheben und zu dokumentieren.
Kann Lademanagement auch zur Reduktion berichtspflichtiger Emissionen beitragen?
Ja, Lademanagement kann aktiv zur Reduktion berichtspflichtiger Emissionen beitragen, indem es Ladevorgänge in Zeiten mit hohem Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz verschiebt und so den CO2-Faktor des verbrauchten Stroms senkt. Das verringert die ausgewiesenen Scope-2-Emissionen in der CO2-Bilanz.
Darüber hinaus ermöglicht intelligentes Lademanagement die gezielte Integration von selbst erzeugtem Solarstrom in den Ladevorgang. Wer Fahrzeuge bevorzugt mit eigenem PV-Strom lädt, senkt nicht nur die Energiekosten, sondern auch die Emissionsintensität des Fuhrparks. Dieser Effekt ist in der Nachhaltigkeitsberichterstattung direkt ausweisbar und stärkt die Glaubwürdigkeit der Klimaziele.
Ein weiterer Hebel liegt in der Laststeuerung: Durch die Verteilung von Ladevorgängen über den Tag lassen sich Leistungsspitzen vermeiden, was den Gesamtstrombedarf effizienter gestaltet. Auch wenn dieser Effekt primär auf die Netzentgelte zielt, wirkt er sich indirekt positiv auf die Emissionsbilanz aus, wenn dadurch emissionsintensive Spitzenlastkraftwerke weniger stark belastet werden.
Welche Unternehmen sind von der CSRD-Pflicht zur Erfassung von Ladeemissionen betroffen?
Betroffen sind grundsätzlich alle Unternehmen, die unter die CSRD-Berichtspflicht fallen und gleichzeitig Elektrofahrzeuge betreiben oder Ladeinfrastruktur bereitstellen. 2026 gilt die Pflicht bereits für große kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie für große Unternehmen, die mindestens zwei der drei Schwellenwerte überschreiten: mehr als 250 Mitarbeitende, mehr als 40 Millionen Euro Umsatz oder mehr als 20 Millionen Euro Bilanzsumme.
Für mittelständische Unternehmen rückt die CSRD-Pflicht schrittweise näher. Auch wenn sie noch nicht unmittelbar betroffen sind, werden sie häufig über die Lieferkette großer Unternehmen zur Datenlieferung aufgefordert, da diese Scope-3-Emissionen aus vorgelagerten Wertschöpfungsstufen berichten müssen.
Unternehmen mit einer wachsenden Elektrofahrzeugflotte oder mit Mitarbeiterparkplätzen, an denen Lademöglichkeiten angeboten werden, sollten frühzeitig Systeme einführen, die eine lückenlose Erfassung der Ladevorgänge ermöglichen. Wer heute in ein strukturiertes Lademanagement investiert, schafft die Datengrundlage, die morgen für das ESG-Reporting benötigt wird.
Wie lässt sich Lademanagement in ein bestehendes Energiemanagementsystem integrieren?
Lademanagement lässt sich in ein bestehendes Energiemanagementsystem integrieren, indem die Ladedaten über offene Schnittstellen (APIs) oder standardisierte Protokolle wie OCPP in die zentrale Energiedatenplattform eingespeist werden. Dort werden sie gemeinsam mit Strom-, Gas-, Wärme- und anderen Verbrauchsdaten ausgewertet und für die Nachhaltigkeitsberichterstattung aufbereitet.
Eine solche Integration bietet mehrere Vorteile:
- Einheitliche Datenbasis: Alle Energieverbräuche, einschließlich der Ladeinfrastruktur, werden in einem System zusammengeführt, was die Auswertung und Berichterstellung vereinfacht.
- Automatisierte Berichterstattung: Verknüpfte Systeme können Berichte für CSRD, ISO 50001 oder interne Klimaziele automatisiert generieren, ohne manuelle Datenaufbereitung.
- Lastmanagement über Grenzen hinweg: Ein integriertes System kann Ladelasten in die gesamte Betriebslaststeuerung einbeziehen und so Leistungsspitzen im gesamten Unternehmen vermeiden.
Voraussetzung für eine reibungslose Integration ist, dass das Lademanagementsystem offene Schnittstellen bietet und mit gängigen Energiemanagementsystemen kompatibel ist. Proprietäre Insellösungen erschweren die Datenzusammenführung und erhöhen den manuellen Aufwand bei der Berichterstellung erheblich.
Wie Berg GmbH Unternehmen bei Lademanagement und CSRD-Berichterstattung unterstützt
Berg GmbH bietet mit Berg.Charge eine intelligente Lademanagementlösung, die speziell für Unternehmen entwickelt wurde, die Ladeinfrastruktur aufbauen und gleichzeitig Netzstabilität, Kosteneffizienz und Berichtspflichten im Blick behalten müssen. Berg.Charge lässt sich nahtlos in das Energiemanagementsystem Efficio® integrieren, sodass Ladedaten direkt in die zentrale Energiedatenauswertung einfließen und für die Nachhaltigkeitsberichterstattung genutzt werden können.
Die Lösung unterstützt Unternehmen konkret bei folgenden Anforderungen:
- Automatische, granulare Erfassung aller Ladevorgänge für eine prüfbare Datenbasis
- Zuordnung von Verbrauchsmengen zu Fahrzeugen, Nutzern und Kostenstellen für die Scope-Klassifizierung
- Integration in bestehende Energiemanagementsysteme über offene Schnittstellen
- Laststeuerung zur Vermeidung von Leistungsspitzen und zur Einbindung von Solarstrom
- Unterstützung bei der Vorbereitung auf CSRD-konforme Berichterstattung und ESG-Reporting
Wenn Sie Ihre Ladeinfrastruktur CSRD-ready aufbauen möchten, sprechen Sie mit den Experten von Berg GmbH. Nehmen Sie jetzt Kontakt auf und erfahren Sie, wie Berg.Charge und Efficio® gemeinsam eine belastbare Datenbasis für Ihre Nachhaltigkeitsberichterstattung schaffen.
Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.
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