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Was ist eine Lastspitze und wie entsteht sie im Betrieb?

Berg GmbH ·
Industriemaschinen starten gleichzeitig in einer hellen Produktionshalle, digitales Energiedisplay zeigt starken Lastspitzen-Anstieg.

Eine Lastspitze ist ein kurzzeitiger, deutlich erhöhter Leistungsbezug aus dem Stromnetz, der entsteht, wenn mehrere energieintensive Verbraucher gleichzeitig in Betrieb gehen. Im industriellen Alltag passiert das oft unbemerkt, hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Energiekosten. Die folgenden Abschnitte erklären, wie Lastspitzen entstehen, was sie kosten und wie Betriebe sie gezielt reduzieren können.

Wie entsteht eine Lastspitze im industriellen Betrieb?

Eine Lastspitze entsteht, wenn der Leistungsbezug eines Betriebs innerhalb eines kurzen Zeitfensters stark ansteigt, weil mehrere energieintensive Anlagen gleichzeitig anlaufen oder auf Volllast gehen. Der Netzbetreiber misst diesen Bezug in 15-Minuten-Intervallen, und der höchste gemessene Mittelwert innerhalb eines Jahres bestimmt den sogenannten Jahreshöchstwert der Leistung.

In der Praxis entstehen Leistungsspitzen häufig durch unkoordinierte Anlaufvorgänge: Eine Produktionslinie startet, gleichzeitig schaltet eine Klimaanlage ein, und die Druckluftkompressoren laufen ebenfalls auf Hochtouren. Jeder dieser Verbraucher für sich ist beherrschbar, aber ihre zeitliche Überschneidung innerhalb einer einzigen Viertelstunde treibt den gemessenen Mittelwert nach oben.

Besonders kritisch ist, dass viele Betriebe diesen Mechanismus unterschätzen. Ein einziger Ausreißer, etwa ein ungewöhnlicher Produktionsanlauf nach einem Stillstand, kann die Jahreshöchstleistung setzen und damit die Netzentgelte für das gesamte folgende Jahr beeinflussen.

Was ist der Unterschied zwischen Lastspitze und Grundlast?

Die Grundlast ist der kontinuierliche, gleichmäßige Strombedarf eines Betriebs, der rund um die Uhr anfällt, etwa durch Beleuchtung, Server oder Dauerläufer in der Produktion. Eine Lastspitze dagegen ist ein zeitlich begrenzter, deutlich erhöhter Leistungsbezug, der über die Grundlast hinausgeht und oft nur wenige Minuten andauert.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Abrechnungsrelevanz: Die Grundlast bestimmt den Energieverbrauch in Kilowattstunden, der direkt über den Arbeitspreis abgerechnet wird. Die Lastspitze hingegen bestimmt die gemessene Höchstleistung in Kilowatt, die über den Leistungspreis in die Netzentgelte einfließt. Beide Größen werden separat berechnet und ergeben zusammen die Gesamtenergiekosten.

Für Unternehmen mit schwankenden Produktionsprozessen ist diese Unterscheidung besonders wichtig: Selbst wenn der Gesamtverbrauch konstant bleibt, können häufige Lastspitzen die Netzentgelte erheblich erhöhen, ohne dass sich am eigentlichen Energieeinsatz etwas geändert hat.

Warum sind Lastspitzen für Unternehmen so kostspielig?

Lastspitzen sind kostspielig, weil Netzbetreiber nicht nur den verbrauchten Strom in Kilowattstunden abrechnen, sondern auch die höchste gemessene Leistung in Kilowatt. Dieser sogenannte Leistungspreis wird auf den Jahreshöchstwert angewendet, der einmal pro Jahr durch eine einzige Viertelstunde mit besonders hohem Bezug festgelegt werden kann.

Ein konkretes Rechenbeispiel verdeutlicht die finanzielle Tragweite: Bei einem Leistungspreis von 140 Euro pro Kilowatt und einer Reduzierung der Jahreshöchstleistung von 1.400 auf 1.000 Kilowatt ergibt sich eine Differenz von 400 Kilowatt. Multipliziert mit dem Leistungspreis bedeutet das eine jährliche Einsparung von 56.000 Euro, allein durch die Kappung dieser einen Spitze.

Hinzu kommt, dass die Jahreshöchstleistung nicht durch den Durchschnitt, sondern durch den absoluten Spitzenwert bestimmt wird. Ein einzelnes ungewöhnliches Ereignis, wie ein Kaltstart nach einem Betriebsausfall oder ein gleichzeitiger Anlauf mehrerer Aggregate, reicht aus, um den Messwert für das gesamte Jahr zu setzen. Unternehmen zahlen also zwölf Monate lang für eine Situation, die vielleicht nur einmal aufgetreten ist.

Welche Anlagen und Prozesse verursachen die größten Lastspitzen?

Die größten Lastspitzen entstehen typischerweise durch Anlagen mit hohem Anlaufstrom oder intermittierendem Betrieb, also Verbraucher, die nicht dauerhaft laufen, aber beim Einschalten oder bei Volllastbetrieb einen kurzzeitig sehr hohen Leistungsbedarf erzeugen.

Zu den häufigsten Verursachern zählen:

  • Elektrische Öfen und Schmelzanlagen, besonders in Gießereien und Stahlwerken, die beim Aufheizen enorme Leistung ziehen
  • Druckluftkompressoren, die bei Druckabfall gleichzeitig anlaufen und sich gegenseitig verstärken
  • Produktionslinien und Fertigungsstraßen, die nach Schichtbeginn oder nach einer Pause gemeinsam hochgefahren werden
  • Kälteanlagen und Tiefkühlbereiche, die nach einer Abtauphase mit voller Leistung nachkühlen
  • Lüftungs- und Klimaanlagen, die zu festen Zeiten anlaufen und mit anderen Verbrauchern kollidieren
  • Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig mit hoher Ladeleistung geladen werden

Besonders tückisch sind Prozesse, die nicht einfach unterbrochen werden können. Läuft ein Fertigungsprozess bereits, lässt er sich nicht ohne Weiteres stoppen, um eine drohende Lastspitze zu verhindern. Intelligentes Lastmanagement setzt deshalb nicht beim Abschalten an, sondern verhindert bereits im Voraus, dass weitere Verbraucher in einem ungünstigen Moment zugeschaltet werden.

Wie lassen sich Lastspitzen im Betrieb erkennen und messen?

Lastspitzen lassen sich durch eine systematische Lastganganalyse erkennen, bei der der Leistungsbezug in 15-Minuten-Intervallen über einen repräsentativen Zeitraum erfasst und ausgewertet wird. Netzbetreiber stellen diese Lastgangdaten in der Regel auf Anfrage zur Verfügung, alternativ kann ein eigenes Messgerät an der Übergabestation installiert werden.

Für eine belastbare Analyse sollten folgende Schritte durchgeführt werden:

  1. Lastgangdaten beschaffen: Viertelstundenwerte des Leistungsbezugs für mindestens zwölf Monate beim Netzbetreiber anfordern
  2. Spitzenwerte identifizieren: Die höchsten Viertelstundenmittelwerte herausfiltern und zeitlich einordnen, wann und unter welchen Bedingungen sie auftreten
  3. Verursacher zuordnen: Betriebstagebücher, Schichtpläne und Anlagenprotokolle mit den Spitzenzeitpunkten abgleichen
  4. Muster erkennen: Prüfen, ob Lastspitzen regelmäßig zu bestimmten Zeiten, nach Stillständen oder bei bestimmten Produktionskonstellationen auftreten

Eine kontinuierliche Messung direkt an der Übergabestation, synchron mit dem Zähler des Netzbetreibers, liefert dabei die präzisesten Ergebnisse. Nur wenn das eigene System exakt dieselben Messwerte wie der Netzbetreiber ermittelt, lässt sich zuverlässig steuern, ob eine Leistungsgrenze eingehalten wird oder nicht.

Was sind die ersten Schritte zur Reduzierung von Lastspitzen?

Der erste Schritt zur Reduzierung von Lastspitzen ist die Festlegung eines realistischen Leistungsgrenzwertes, also eines Sollwertes, den der Betrieb nicht überschreiten möchte. Anschließend werden die Verbraucher nach ihrer Steuerbarkeit und Prozessrelevanz priorisiert, um gezielt eingreifen zu können, wenn sich eine Überschreitung abzeichnet.

Konkret empfiehlt sich folgendes Vorgehen:

  • Leistungsgrenze definieren: Auf Basis der Lastganganalyse einen Sollwert festlegen, der unterhalb der bisherigen Jahreshöchstleistung liegt und wirtschaftlich sinnvoll ist
  • Verbraucher kategorisieren: Anlagen nach ihrer Flexibilität einteilen: Was kann verschoben werden, was kann kurzzeitig gedrosselt werden, was ist nicht unterbrechbar?
  • Anlaufzeiten entzerren: Schichtstart und Maschinenanlauf so koordinieren, dass nicht alle Aggregate gleichzeitig hochfahren
  • Prozessabläufe anpassen: Energieintensive Prozesse, die flexibel planbar sind, in Zeiten geringerer Grundlast verlagern
  • Automatisierung prüfen: Ab einer bestimmten Komplexität und Anlagenzahl ist manuelle Steuerung nicht mehr zuverlässig, dann sollte ein automatisiertes System in Betracht gezogen werden

Wichtig ist dabei, dass Lastmanagement kein einmaliges Projekt ist. Betriebliche Veränderungen, neue Anlagen oder veränderte Produktionspläne können dazu führen, dass einmal eingestellte Parameter nicht mehr passen. Wer Lastspitzen dauerhaft im Griff behalten will, muss sein System regelmäßig überprüfen und anpassen.

So unterstützt Berg bei der Reduzierung von Lastspitzen

Die Berg GmbH bietet mit Optimo ein automatisiertes Lastmanagementsystem, das Lastspitzen im Betrieb zuverlässig verhindert, bevor sie entstehen. Optimo misst den aktuellen Leistungsbezug synchron mit dem Zähler des Netzbetreibers, berechnet in Echtzeit die sogenannte Trendleistung für das Ende der laufenden Viertelstunde und greift automatisch ein, wenn eine Überschreitung des Sollwertes droht.

Das System arbeitet dabei nicht einfach mit pauschalen Abschaltbefehlen. Stattdessen priorisiert Optimo Verbraucher nach individuell hinterlegten Regeln: Prozesse, die nicht unterbrochen werden dürfen, bleiben unberührt. Flexible Verbraucher wie Lüftungsanlagen, Kompressoren oder Ladevorgänge werden gezielt gesperrt oder gedrosselt, bis die Situation sich entspannt. Für Betriebe mit komplexen Anforderungen, etwa Gießereien oder Stahlwerke mit großen Öfen, unterstützt Optimo auch analoge Regelstrategien.

Optimo lässt sich zudem nahtlos mit dem Energiemanagementsystem Efficio® kombinieren, sodass Lastmanagement und Energiemonitoring auf einer einheitlichen Oberfläche verfügbar sind. Das erleichtert sowohl die tägliche Kontrolle als auch die Dokumentation für Zertifizierungen.

Berg begleitet Unternehmen von der ersten Analyse bis zum laufenden Betrieb:

  • Professionelle Lastganganalyse und Ermittlung des Einsparpotenzials
  • Tarif- und Netzentgeltanalyse zur Bewertung der wirtschaftlichen Wirkung
  • Technische Systemauslegung und Inbetriebnahme durch Fachpersonal
  • Regelmäßige Software-Updates und technischer Support
  • Schulungen und Begleitung bei der laufenden Systempflege

Wer wissen möchte, wie hoch das Einsparpotenzial im eigenen Betrieb ist, kann direkt Kontakt mit Berg aufnehmen und eine individuelle Beratung anfragen.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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