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Wie lässt sich der Energieverbrauch in Schichten und Produktionslinien aufschlüsseln?

Berg GmbH ·
Energiemanager analysiert Dashboard mit farbcodierten Balkendiagrammen zum Energieverbrauch nach Produktionsschichten in hellem Büro.

Wer den Energieverbrauch eines Industriebetriebs wirklich verstehen will, kommt an einer strukturierten Aufschlüsselung nicht vorbei. Gesamtverbräuche sagen wenig darüber aus, wo Energie tatsächlich genutzt, verschwendet oder ineffizient eingesetzt wird. Erst wenn der Verbrauch nach Schichten, Produktionslinien oder einzelnen Anlagen differenziert wird, entstehen belastbare Grundlagen für gezielte Optimierungsmaßnahmen. Genau hier setzt modernes Energiemonitoring in der Industrie an: nicht beim Gesamtzähler, sondern bei den einzelnen Verbrauchern entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Die Frage, wie sich der Energieverbrauch aufschlüsseln lässt, ist für produzierende Unternehmen besonders relevant. Energiekosten machen in vielen Branchen einen erheblichen Anteil an den Gesamtkosten aus, und ohne granulare Daten bleibt unklar, welche Prozesse, Maschinen oder Schichten den größten Einfluss auf den Verbrauch haben. Dieser Artikel zeigt, welche Methoden und Werkzeuge für eine differenzierte Verbrauchsanalyse in der Fertigung zur Verfügung stehen.

Datenerfassung als Grundlage der Verbrauchsaufschlüsselung

Eine granulare Verbrauchsanalyse steht und fällt mit der Qualität der Messtechnik. Ohne belastbare, lückenlose Messdaten ist jede Aufschlüsselung nach Schichten oder Produktionslinien wertlos. Die Basis bilden geeichte Zähler und Stromwandler, die an relevanten Messpunkten installiert werden, ergänzt durch Kommunikationsschnittstellen wie M-Bus, Modbus RTU oder Modbus TCP, über die Messwerte automatisiert erfasst und übertragen werden.

Moderne Erfassungssysteme unterstützen darüber hinaus Protokolle wie OPC UA, BACnet, Profinet und LoRaWAN, sodass auch Bestandsanlagen und heterogene Maschinenparks eingebunden werden können. Daten, die nicht direkt aus Messgeräten stammen, etwa aus ERP-Systemen oder der Gebäudeleittechnik, lassen sich über CSV-Importe ergänzen. Entscheidend ist, dass die Messpunkte so gewählt werden, dass eine klare Zuordnung zu einzelnen Kostenstellen, Anlagen oder Produktionsbereichen möglich ist.

Neben der elektrischen Energie sollten auch andere Medien wie Gas, Wärme, Druckluft oder Wasser erfasst werden, sofern sie in der Produktion eine Rolle spielen. Nur so entsteht ein vollständiges Bild des Energieeinsatzes entlang der gesamten Prozesskette.

Schichtbezogene Auswertung: Methoden und Kennzahlen

Die Aufschlüsselung des Energieverbrauchs nach Schichten ermöglicht direkte Vergleiche zwischen Früh-, Spät- und Nachtschicht sowie zwischen verschiedenen Wochentagen oder Produktionszeiträumen. Dafür werden Verbrauchsdaten mit Zeitstempeln versehen und den jeweiligen Schichtzeiten zugeordnet, was eine automatisierte Auswertung über entsprechende Softwarelösungen voraussetzt.

Besonders aussagekräftig sind dabei Energiekennzahlen (EnPI), also relative Verbrauchswerte, die den Energieeinsatz in Bezug zur produzierten Menge, den Betriebsstunden oder anderen Bezugsgrößen setzen. Ein Vergleich des absoluten Verbrauchs zwischen Schichten wäre irreführend, wenn die Produktionsmengen stark variieren. Erst der relative Kennwert, etwa Kilowattstunden pro produzierter Einheit, macht Schichten wirklich vergleichbar.

Heatmaps und Zeitreihenanalysen

Heatmap-Darstellungen sind ein bewährtes Werkzeug, um schichtbezogene Verbrauchsmuster visuell zu erfassen. Sie zeigen auf einen Blick, zu welchen Tages- und Wochenzeiten der Verbrauch besonders hoch oder niedrig ist, und helfen dabei, Anomalien oder Leerlaufzeiten zu identifizieren. Zeitreihenanalysen ergänzen diesen Ansatz, indem sie Trends über längere Zeiträume sichtbar machen.

Regelmäßige schichtbezogene Auswertungen schaffen zudem eine Grundlage für innerbetriebliches Controlling: Wenn einzelne Schichten systematisch höhere spezifische Verbräuche aufweisen, lassen sich gezielte Ursachenanalysen einleiten, etwa im Hinblick auf Maschineneinstellungen, Anlaufzeiten oder das Verhalten bei Produktionspausen.

Produktionslinien einzeln analysieren und vergleichen

Neben der zeitlichen Dimension ist die räumliche Zuordnung des Verbrauchs zu einzelnen Produktionslinien oder Anlagen ein zentraler Baustein der Produktionslinien-Energieanalyse. Jede Linie hat ein eigenes Verbrauchsprofil, das von Maschinentyp, Auslastung, Prozesstemperaturen und weiteren Faktoren abhängt.

Durch die individuelle Erfassung und Auswertung jeder Linie lassen sich direkte Vergleiche anstellen: Welche Linie verbraucht bei gleicher Ausbringungsmenge mehr Energie? Wo gibt es Abweichungen vom erwarteten Verbrauchsmuster, die auf technische Probleme oder Einstellungsfehler hindeuten könnten? Diese Fragen lassen sich nur beantworten, wenn Messpunkte gezielt an den richtigen Stellen im Produktionsprozess platziert sind.

Auftragsbezogene Energiekennzahlen

Eine besonders detaillierte Form der Verbrauchsanalyse in der Fertigung ist die auftragsbezogene Auswertung. Dabei werden Energiemengen und Kosten nicht nur einer Linie, sondern einem konkreten Fertigungsauftrag zugeordnet. Das ermöglicht es, den spezifischen Energieeinsatz für verschiedene Produkte oder Produktvarianten zu berechnen und in die Kalkulation einzubeziehen.

Relative Energieverbräuche einzelner Arbeitsschritte lassen sich so zum Gesamtenergieverbrauch eines Auftrags zusammenfassen und in Dashboards überwachen. Variable Kostenblöcke können zu Abrechnungszwecken zusammengefasst werden, was die Transparenz für kaufmännische Abteilungen und das Controlling erheblich verbessert.

Einsparpotenziale durch granulare Verbrauchsdaten erkennen

Granulare Verbrauchsdaten sind der Schlüssel, um Einsparpotenziale nicht nur zu vermuten, sondern konkret zu belegen. Sankey-Diagramme beispielsweise visualisieren Energieflüsse von der Einspeisung bis zum letzten Abnehmer, wobei die Bandbreite der Ströme mengenabhängig dargestellt wird. So lassen sich auf einen Blick die größten Verbraucher und damit die Bereiche mit dem höchsten Einsparpotenzial identifizieren.

Streudiagramme mit Regressionsanalyse ergänzen diesen Ansatz auf der analytischen Ebene. Sie machen Abhängigkeiten zwischen Messwerten sichtbar, etwa zwischen Außentemperatur und Heizenergiebedarf oder zwischen Produktionsvolumen und Druckluftverbrauch. Auffällige Zusammenhänge, die auf Optimierungsbedarf hinweisen, lassen sich so methodisch fundiert nachweisen.

Besonders wertvoll ist in diesem Zusammenhang die multiple Regressionsanalyse: Sie berücksichtigt mehrere Einflussfaktoren gleichzeitig, etwa Produktion, Außentemperatur und Betriebsstunden, und ermöglicht so eine realistische Bewertung des Energieverbrauchs unter wechselnden Bedingungen. Auf dieser Basis lassen sich Einsparmaßnahmen objektiv bewerten und Verbesserungen nachweisen.

Softwaregestützte Auswertung mit Energiemanagementsystemen

Manuelle Auswertungen stoßen bei komplexen Produktionsumgebungen schnell an ihre Grenzen. Moderne Energiemanagementsoftware übernimmt die automatisierte Erfassung, Verarbeitung und Visualisierung aller relevanten Verbrauchsdaten und schafft damit die Voraussetzung für eine kontinuierliche Verbrauchsanalyse in der Fertigung.

Entscheidend ist dabei die Flexibilität bei der Abbildung der Unternehmensstruktur. Ein leistungsfähiges System erlaubt es, die Betriebsstruktur aus verschiedenen Perspektiven abzubilden: nach Organisationseinheiten, nach Medienströmen oder nach Kostenstellen. So können sowohl technische Teams als auch kaufmännische Abteilungen mit denselben Rohdaten arbeiten, jedoch in der für sie relevanten Ansicht.

Dashboards, Berichte und Alarmfunktionen

Individuell konfigurierbare Dashboards ermöglichen es, die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick zu erfassen und bei Bedarf auf detailliertere Analysen zuzugreifen. Automatisierte Berichte, ob als tabellarische Flexreports für das Controlling oder als visuell aufbereitete Power Reports für das Management, sorgen dafür, dass relevante Informationen regelmäßig und ohne manuellen Aufwand zur Verfügung stehen.

Alarmfunktionen spielen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, frühzeitig auf Abweichungen zu reagieren. Überschreitet ein Verbraucher definierte Schwellenwerte oder weicht der Verbrauch einer Produktionslinie signifikant vom Erwartungswert ab, kann das System automatisch eine Benachrichtigung auslösen. Das ermöglicht ein proaktives Energiemanagement in der Produktion, das nicht erst nach Monaten auf Auffälligkeiten reagiert.

Verbrauchsaufschlüsselung im Kontext von ISO 50001 und EnEfG

Die differenzierte Analyse des Energieverbrauchs nach Schichten und Produktionslinien ist nicht nur ein betriebswirtschaftliches Werkzeug, sondern auch eine Anforderung regulatorischer Rahmenbedingungen. Das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) verpflichtet Unternehmen ab bestimmten Schwellenwerten zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen und zur Umsetzung wirtschaftlicher Effizienzmaßnahmen.

Die internationale Norm ISO 50001 geht noch einen Schritt weiter: Sie fordert die systematische Identifikation wesentlicher Energieverbraucher, die Festlegung von Energiebaselines und Kennzahlen sowie den Nachweis kontinuierlicher Verbesserungen. Eine granulare Verbrauchsaufschlüsselung ist dabei kein optionales Extra, sondern integraler Bestandteil des Energiemanagementsystems. Sankey-Diagramme, EnPI-Kennzahlen und Regressionsanalysen sind wichtige Bestandteile des ISO-50001-Berichtswesens und erleichtern die Vorbereitung auf Audits erheblich.

Unternehmen, die bereits heute in eine strukturierte Verbrauchsanalyse in der Fertigung investieren, schaffen damit nicht nur die Basis für fundierte Optimierungsentscheidungen, sondern auch für eine effiziente Zertifizierung nach ISO 50001 oder die Erfüllung der EnEfG-Anforderungen. Die Daten, die für das operative Energiemanagement gesammelt werden, lassen sich direkt für das normkonforme Berichtswesen nutzen, ohne dass doppelter Aufwand entsteht.

Wie die Berg GmbH bei der Verbrauchsaufschlüsselung unterstützt

Die Berg GmbH bietet mit ihrer webbasierten Energiemanagementsoftware Efficio® eine umfassende Lösung, um den Energieverbrauch in Schichten, Produktionslinien und einzelnen Anlagen lückenlos zu erfassen, auszuwerten und zu optimieren. Die Lösung richtet sich an Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen, die Energieverbräuche transparent machen und gezielt steuern möchten.

Konkret unterstützt Efficio® bei folgenden Aufgaben:

  • Automatisierte Erfassung aller relevanten Energie- und Medienverbräuche über Schnittstellen wie M-Bus, Modbus, OPC UA, BACnet und LoRaWAN
  • Abbildung der individuellen Unternehmenstopologie nach Organisationseinheiten, Kostenstellen oder Medienströmen
  • Schicht- und auftragsbezogene Auswertung mit EnPI-Kennzahlen und Dashboards
  • Visualisierung von Energieflüssen über Sankey-Diagramme sowie Regressionsanalysen zur Identifikation von Einflussfaktoren
  • Automatisierte Berichte und Alarmfunktionen für proaktives Energiecontrolling
  • Unterstützung bei der Vorbereitung auf Energieaudits und Zertifizierungen nach ISO 50001 und DIN EN 16247-1

Mit über 40 Jahren Erfahrung im industriellen Energiemanagement und als Teil der VIVAVIS AG verfügt die Berg GmbH über das technische Know-how und das Produktportfolio, um auch komplexe Produktionsumgebungen vollständig abzubilden. Wer den nächsten Schritt in Richtung transparentes und effizientes Energiemanagement gehen möchte, findet beim Team der Berg GmbH einen erfahrenen Ansprechpartner.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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