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Was bedeutet Lastganganalyse und wie hilft sie beim Energiesparen?

Berg GmbH ·
Energiemanager analysiert Lastprofilkurven und Verbrauchsgraphen auf modernem Büromonitor bei Tageslicht.

Wer seinen Energieverbrauch wirklich verstehen will, kommt an der Lastganganalyse nicht vorbei. Während eine einfache Jahresverbrauchszahl lediglich zeigt, wie viel Energie insgesamt geflossen ist, macht die Lastganganalyse sichtbar, wann und wie Energie genutzt wird. Gerade für Industrie- und Gewerbebetriebe, die unter steigendem Kostendruck stehen und gleichzeitig gesetzliche Anforderungen erfüllen müssen, liefert diese Betrachtung die Grundlage für fundierte Entscheidungen im Energiemanagement.

Der Lastgang selbst ist die zeitlich aufgelöste Aufzeichnung des Energiebezugs, üblicherweise in 15-Minuten-Intervallen für Strom und in 60-Minuten-Intervallen für Gas. Netzbetreiber und Energieversorger messen diese Werte bereits standardmäßig. Die eigentliche Frage ist, ob Unternehmen diese Daten aktiv nutzen oder ungenutzt lassen.

Verbrauchsmuster sichtbar machen: Was eine Lastganganalyse leistet

Eine Lastganganalyse wertet die zeitlich aufgelösten Verbrauchsdaten systematisch aus und macht damit Muster, Auffälligkeiten und Zusammenhänge sichtbar, die in aggregierten Monats- oder Jahreswerten vollständig verborgen bleiben. Das Ergebnis ist ein detailliertes Bild des Energiebezugs über Tage, Wochen und Jahreszeiten hinweg.

Konkret lassen sich aus dem Lastgang folgende Informationen ableiten:

  • Betriebszustände und Schichtmuster im Tagesverlauf
  • Standby-Verbräuche und Grundlasten außerhalb der Produktionszeiten
  • Wiederkehrende Lastspitzen zu bestimmten Tages- oder Wochenzeiten
  • Ungewöhnliche Verbrauchsereignisse, die auf technische Störungen oder ineffiziente Prozesse hinweisen
  • Saisonale Schwankungen und klimaabhängige Verbrauchsanteile

Besonders aufschlussreich ist die Analyse von Nächten, Wochenenden und Feiertagen. Hohe Grundlasten in diesen Zeiten deuten häufig auf unnötig laufende Anlagen, schlecht eingestellte Steuerungen oder vergessene Verbraucher hin. Diese Erkenntnisse lassen sich direkt in konkrete Maßnahmen übersetzen, ohne dass zunächst aufwendige Messkampagnen notwendig sind.

Leistungsspitzen und Netzentgelte: Die versteckten Kostentreiber

Netzentgelte zählen zu den am häufigsten unterschätzten Posten in der Energiekostenrechnung. Ein wesentlicher Teil dieser Entgelte richtet sich nach der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung innerhalb eines Abrechnungszeitraums, dem sogenannten Leistungsmaximum. Schon eine einzige ungünstige Viertelstunde im Jahr kann die Netzentgeltkosten für viele Monate in die Höhe treiben.

Der Mechanismus dahinter ist direkt an den Lastgang geknüpft: Der Netzbetreiber misst 96 Mal täglich die Durchschnittsleistung in jeweils 15-Minuten-Perioden. Das höchste dieser Messergebnisse bestimmt den Leistungsanteil der Netzentgelte. Wer diesen Zusammenhang nicht kennt oder nicht aktiv steuert, zahlt dauerhaft mehr als notwendig.

Leistungsspitzen entstehen häufig nicht durch einen einzelnen großen Verbraucher, sondern durch das ungünstige zeitliche Zusammentreffen mehrerer mittlerer Lasten. Produktionsanläufe, Kompressoren, Klimatechnik und Heizung können gleichzeitig anlaufen und in einer einzigen Viertelstunde ein Lastmaximum erzeugen, das den Rest des Jahres prägt. Die Lastganganalyse macht genau diese Überlagerungen sichtbar und zeigt, welche Verbraucher zum kritischen Zeitpunkt aktiv waren.

So werden Einsparpotenziale aus dem Lastgang abgeleitet

Der Lastgang ist kein reines Dokumentationswerkzeug, sondern die Ausgangsbasis für systematisches Energiesparen. Die Analyse liefert die Daten, aus denen sich konkrete Handlungsfelder ableiten lassen.

Grundlastoptimierung

Hohe Grundlasten in Nichtbetriebszeiten sind ein häufig unterschätztes Einsparpotenzial. Wenn der Lastgang zeigt, dass der Verbrauch nachts oder am Wochenende kaum unter einen bestimmten Wert sinkt, lohnt sich eine gezielte Ursachenanalyse. Oft lassen sich Beleuchtungsanlagen, Druckluftsysteme oder ältere Maschinen identifizieren, die unnötig in Betrieb bleiben.

Spitzenlastkappung durch Lastmanagement

Einsparpotenziale bei Leistungsspitzen lassen sich durch aktives Lastmanagement realisieren. Dabei wird nicht einfach abgeschaltet, sondern gezielt gesteuert: Welche Verbraucher dürfen in einer kritischen Viertelstunde nicht zusätzlich zuschalten? Welche Prozesse lassen sich zeitlich verschieben, ohne die Produktion zu beeinträchtigen? Gerade in Bereichen wie der Lüftungstechnik, Kühlung oder Drucklufterzeugung gibt es häufig Spielräume, die sich ohne Produktionsunterbrechung nutzen lassen.

Prozessbezogene Analyse

Wenn Verbrauchsdaten mit Betriebszuständen und Produktionsdaten verknüpft werden, entsteht ein noch präziseres Bild. Energiekennzahlen, sogenannte EnPIs, ermöglichen es, den Energieverbrauch auf Produktionseinheiten zu beziehen und Effizienzveränderungen über die Zeit zu verfolgen. So lassen sich auch schleichende Verschlechterungen frühzeitig erkennen, bevor sie zu messbaren Mehrkosten führen.

Lastganganalyse als Grundlage für ISO 50001 und EnEfG

Für Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach ISO 50001 betreiben oder aufbauen, ist die Lastganganalyse kein optionales Werkzeug, sondern eine methodische Voraussetzung. Die Norm verlangt eine systematische Erfassung und Bewertung des Energieeinsatzes, die Ableitung von Energiezielen und die messbare Verfolgung von Maßnahmen. All das setzt valide, zeitlich aufgelöste Verbrauchsdaten voraus.

Auch das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) stellt für viele Unternehmen neue Anforderungen an die Transparenz und Steuerung des Energieverbrauchs. Wer bereits über eine strukturierte Lastganganalyse verfügt, ist deutlich besser aufgestellt, um diese Anforderungen zu erfüllen, Energieaudits nach DIN EN 16247-1 effizient durchzuführen und Fördermöglichkeiten zu nutzen.

Darüber hinaus schafft eine lückenlose Datenbasis die Voraussetzung für die normgerechte Bewertung von Energieeffizienzmaßnahmen. Investitionen lassen sich so auf Basis realer Verbrauchsdaten bewerten und intern rechtfertigen, was die Entscheidungsfindung erheblich erleichtert.

Softwaregestützte Lastganganalyse mit Efficio®

Eine manuelle Auswertung von Lastgangdaten ist bei größeren Betrieben mit vielen Verbrauchsstellen kaum praktikabel. Moderne Energiemanagementsoftware automatisiert die Erfassung, Visualisierung und Auswertung und macht die Ergebnisse für verschiedene Nutzergruppen zugänglich.

Efficio® von Berg GmbH ist eine webbasierte Plattform, die Verbrauchsdaten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführt und kontinuierlich auswertet. Strom-, Gas-, Wärme- und Druckluftzähler werden über standardisierte Schnittstellen wie M-Bus, Modbus RTU/TCP oder LoRaWAN eingebunden. Die Software unterstützt Heatmaps, Sankey-Diagramme, Regressionsanalysen und EnPI-Kennzahlenbildung, also genau die Werkzeuge, die für eine fundierte Lastganganalyse notwendig sind.

In Kombination mit dem Lastmanagementsystem Optimo geht die Analyse einen Schritt weiter: Das System berechnet in Echtzeit, wo die Viertelstundenleistung am Ende der laufenden Messperiode liegen wird, und leitet daraus eine Korrekturleistung ab. Verbraucher werden nicht pauschal abgeschaltet, sondern gezielt gesperrt oder freigegeben, um den vorgegebenen Leistungssollwert einzuhalten. Dieses Zusammenspiel aus Analyse und automatischer Steuerung bildet die Grundlage für dauerhaftes Energiesparen im Betrieb.

Wie die Berg GmbH beim Thema Lastganganalyse unterstützt

Die Berg GmbH bietet Unternehmen aus Industrie, Gewerbe und dem öffentlichen Sektor ein vollständiges Portfolio für professionelles Energiemanagement, das auf der Lastganganalyse aufbaut und direkt in die operative Steuerung übergeht. Die Lösungen decken den gesamten Prozess ab:

  • Efficio® erfasst und analysiert Energie- und Medienverbräuche lückenlos, visualisiert Lastgänge und unterstützt bei der Erstellung normkonformer Berichte für ISO 50001, ISO 14001 und DIN EN 16247-1.
  • Optimo setzt auf den Erkenntnissen der Lastganganalyse auf und steuert Verbraucher automatisch, um Leistungsspitzen zu kappen und Netzentgelte dauerhaft zu reduzieren.
  • Berg.Charge integriert die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in das Lastmanagement, sodass Ladeströme die Leistungsbilanz nicht negativ beeinflussen.
  • Ergänzend begleitet Berg Unternehmen bei Energieaudits und der Einführung von Managementsystemen mit über 40 Jahren Erfahrung im Bereich der Mess- und Kommunikationstechnik.

Wer den ersten Schritt in Richtung transparentes Energiemanagement gehen möchte, findet beim Kontakt zur Berg GmbH einen kompetenten Ansprechpartner für eine individuelle Beratung.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

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