en

Was ist Lastspitzenkappung beim Laden von Elektrofahrzeugen?

Berg GmbH ·
Weiße EV-Ladestationen in moderner Tiefgarage mit gedimmtem grünen Statuslicht, das Leistungsdrosselung anzeigt.

Lastspitzenkappung beim Laden von Elektrofahrzeugen bezeichnet den gezielten Eingriff in den Ladevorgang, sobald die Gesamtleistungsaufnahme eines Unternehmens einen definierten Schwellenwert zu überschreiten droht. Das System reduziert in diesem Moment automatisch die Ladeleistung der Fahrzeuge, um den kritischen Grenzwert nicht zu reißen. Für Unternehmen mit wachsender Ladeinfrastruktur ist dieses Verfahren ein zentrales Werkzeug, um Netzentgelte dauerhaft zu kontrollieren. Die folgenden Abschnitte erklären, wie Lastspitzenkappung funktioniert, warum Leistungsspitzen entstehen und wann sich die Technologie für ein Unternehmen rechnet.

Wie funktioniert Lastspitzenkappung beim Laden von Elektrofahrzeugen?

Lastspitzenkappung, auch als Peak Shaving bekannt, funktioniert so: Ein übergeordnetes Lademanagementsystem überwacht kontinuierlich den aktuellen Gesamtleistungsbezug des Unternehmens. Nähert sich dieser Wert einer vordefinierten Grenze, drosselt das System die Ladeleistung der angeschlossenen E-Fahrzeuge dynamisch, bis die Gefahr einer Überschreitung beseitigt ist.

Technisch gesehen misst das System in sehr kurzen Intervallen, häufig im Sekundentakt, den Leistungsbezug am Netzanschlusspunkt. Dieser Messwert wird mit dem festgelegten Zielwert verglichen. Überschreitet der aktuelle Verbrauch den Schwellenwert, gibt das System Steuerbefehle an die Ladepunkte aus und verteilt die verfügbare Restkapazität nach einem vordefinierten Prioritätsmodell. Sobald andere Verbraucher ihre Last reduzieren, wird die Ladeleistung wieder angehoben. Fahrzeuge laden dadurch zwar zeitweise langsamer, aber sie laden weiter, und das Unternehmen vermeidet die teure Leistungsspitze.

Warum entstehen Leistungsspitzen beim Laden von E-Fahrzeugen überhaupt?

Leistungsspitzen entstehen beim Laden von E-Fahrzeugen, weil viele Mitarbeitende oder Fuhrparkfahrzeuge gleichzeitig laden, etwa wenn die Frühschicht beginnt oder der Betrieb nach einer Pause wieder hochfährt. Dieser synchronisierte Ladebeginn addiert die Einzelleistungen aller Ladepunkte und erzeugt innerhalb von Minuten eine erhebliche Lastspitze im Stromnetz des Unternehmens.

Erschwerend kommt hinzu, dass moderne AC-Ladepunkte mit 11 oder 22 Kilowatt und DC-Schnelllader mit noch höherer Leistung arbeiten. Zehn gleichzeitig startende Fahrzeuge an 11-kW-Ladepunkten bedeuten einen plötzlichen Mehrverbrauch von 110 Kilowatt. Überlagert sich dieser Anstieg mit dem regulären Produktionsbetrieb, Klimaanlagen oder anderen leistungsintensiven Anlagen, potenziert sich das Problem. Gerade in Unternehmen ohne intelligentes Lademanagement passiert genau das täglich unbemerkt, bis die nächste Stromrechnung eintrifft.

Was kostet eine Leistungsspitze Unternehmen konkret?

Eine Leistungsspitze kostet Unternehmen Geld über den sogenannten Leistungspreisanteil der Netzentgelte. Netzbetreiber berechnen diesen Anteil auf Basis der höchsten gemessenen Viertelstundenleistung eines Jahres oder eines Monats. Je höher diese Spitze ausfällt, desto höher fällt der Leistungspreis für den gesamten Abrechnungszeitraum aus, unabhängig davon, wie selten diese Spitze aufgetreten ist.

Das bedeutet: Eine einzige, kurze Überschreitung des bisher erreichten Spitzenwerts kann die Netzentgeltrechnung für zwölf Monate nach oben treiben. In der Praxis entstehen so Mehrkosten, die in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Energiemenge stehen, die in diesem Moment geflossen ist. Unternehmen mit einem hohen Anteil an Leistungspreisen in ihrer Energiekostenstruktur sind besonders betroffen. Hinzu kommen mögliche Kosten für einen Netzanschlussausbau, wenn die Spitzenlast dauerhaft die Kapazität des bestehenden Anschlusses überschreitet.

Wie unterscheidet sich Lastspitzenkappung von statischem Lastmanagement?

Lastspitzenkappung ist eine dynamische Methode: Sie reagiert in Echtzeit auf den aktuellen Leistungsbezug und passt die Ladeleistung situativ an. Statisches Lastmanagement hingegen begrenzt die Ladeleistung pauschal und dauerhaft auf einen festen Maximalwert, unabhängig davon, wie hoch der restliche Verbrauch im Gebäude gerade ist.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Effizienz. Statisches Lastmanagement ist einfach zu implementieren, verschenkt aber regelmäßig Ladeleistung, die eigentlich verfügbar wäre. Ein Fahrzeug lädt mit 6 kW, obwohl im gleichen Moment problemlos 11 kW möglich wären, weil andere Verbraucher gerade wenig Last erzeugen. Dynamische Lastspitzenkappung nutzt diese Spielräume vollständig aus. Sie maximiert die tatsächlich genutzte Ladeleistung, solange der Gesamtverbrauch unter dem Schwellenwert bleibt, und drosselt nur dann, wenn es wirklich nötig ist. Für Unternehmen mit schwankenden Produktions- oder Betriebslasten ist der dynamische Ansatz daher klar überlegen.

Wann lohnt sich Lastspitzenkappung für ein Unternehmen?

Lastspitzenkappung lohnt sich für ein Unternehmen, wenn es einen leistungspreisbasierten Netzentgelttarif hat, mehrere Ladepunkte betreibt und der Leistungspreisanteil an den Gesamtenergiekosten spürbar ins Gewicht fällt. Je mehr Ladepunkte gleichzeitig genutzt werden und je stärker die Betriebslast schwankt, desto größer ist das Einsparpotenzial.

Besonders relevant wird das Thema, wenn ein Unternehmen seinen Fuhrpark auf Elektromobilität umstellt und mehrere Fahrzeuge täglich am Standort geladen werden müssen. Aber auch Gewerbeimmobilien mit öffentlich zugänglichen oder halböffentlichen Ladepunkten profitieren, weil die Nutzungszeiten dort besonders unvorhersehbar sind. Grundsätzlich gilt: Je mehr unkontrollierte Gleichzeitigkeit beim Laden möglich ist, desto stärker ist der Bedarf nach einem aktiven Peak-Shaving-Mechanismus. Unternehmen, die ohnehin ein Energiemanagementsystem betreiben oder eine Zertifizierung nach ISO 50001 anstreben, können Lastspitzenkappung als integralen Baustein einer übergeordneten Effizienzstrategie einsetzen.

Welche technischen Voraussetzungen braucht ein Lastspitzenkappungssystem?

Ein Lastspitzenkappungssystem benötigt drei technische Kernkomponenten: eine Echtzeitmessung des Gesamtleistungsbezugs am Netzanschlusspunkt, eine kommunikationsfähige Ladeinfrastruktur sowie eine übergeordnete Steuerungssoftware, die Messdaten auswertet und Steuerbefehle an die Ladepunkte überträgt.

Im Detail bedeutet das:

  • Leistungsmessung: Am Hauptzähler oder Netzanschlusspunkt muss ein Messgerät installiert sein, das den aktuellen Leistungsbezug in kurzen Intervallen erfasst und an die Steuerungssoftware übermittelt.
  • Kommunikationsfähige Ladepunkte: Die Ladestation muss ein standardisiertes Protokoll unterstützen, das eine externe Steuerung erlaubt. OCPP (Open Charge Point Protocol) hat sich dabei als Industriestandard etabliert.
  • Steuerungssoftware: Eine zentrale Plattform empfängt die Messwerte, berechnet den verfügbaren Leistungspuffer und sendet Ladeleistungsvorgaben an die einzelnen Stationen.
  • Netzwerkinfrastruktur: Zwischen Ladepunkten, Messgeräten und Steuerungssoftware muss eine stabile Datenverbindung bestehen, entweder über LAN, WLAN oder Mobilfunk.

Ältere Ladepunkte ohne Kommunikationsschnittstelle lassen sich in der Regel nicht in ein solches System integrieren und müssen gegebenenfalls ersetzt oder nachgerüstet werden. Eine frühzeitige Abstimmung zwischen Ladeinfrastrukturplanung und Energiemanagement verhindert kostspielige Nacharbeiten.

So unterstützt Berg bei der Lastspitzenkappung für Elektrofahrzeuge

Berg GmbH bietet mit Berg.Charge eine intelligente Lademanagementlösung, die Lastspitzenkappung direkt in das betriebliche Energiemanagement integriert. Die Lösung verbindet die Ladeinfrastruktur mit dem übergeordneten Energiemanagementsystem und steuert die Ladeleistung dynamisch auf Basis des tatsächlichen Gesamtverbrauchs. Das ermöglicht effizientes Laden, ohne dass Leistungsspitzen entstehen, die die Netzentgeltrechnung belasten.

Was Berg.Charge konkret bietet:

  • Dynamische Steuerung der Ladeleistung in Echtzeit auf Basis des aktuellen Leistungsbezugs
  • Integration in bestehende Energiemanagementsysteme wie Efficio®
  • Unterstützung gängiger Kommunikationsprotokolle wie OCPP
  • Skalierbarkeit für kleine Fuhrparks bis hin zu großen Unternehmensstandorten
  • Transparente Auswertung von Lade- und Verbrauchsdaten zur kontinuierlichen Optimierung

Unternehmen, die ihre Ladeinfrastruktur aufbauen oder erweitern und dabei Netzstabilität und Kosteneffizienz sicherstellen möchten, können sich direkt an Berg wenden. Jetzt Kontakt aufnehmen und gemeinsam die passende Lösung für Ihren Standort entwickeln.

Dieser Artikel wurde mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder unterstützt und anschließend von unserer Redaktion geprüft.

Related Articles

This content was generated with the help of AI and it may contain mistakes

Contact now
Contact now info@berg-energie.de
Contact now
Contact now